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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


2. November 2019

Johan­ne­s­pro­log 2

Uni Hei­del­berg

1,15 aα Ἰωάννης μαρτυρεῖ περὶ αὐτοῦ
aβ καὶ κέκραγεν λέγων·
b οὗτος ἦν ὃν εἶπον·
c ὁ ὀπίσω μου ἐρχόμενος ἔμπροσθέν μου γέγονεν,
d ὅτι πρῶτός μου ἦν.
16 aα ὅτι ἐκ τοῦ πληρώματος αὐτοῦ ἡμεῖς πάντες ἐλάβομεν
aβ καὶ χάριν ἀντὶ χάριτος·
17a ὅτι ὁ νόμος διὰ Μωϋσέως ἐδόθη,
b ἡ χάρις καὶ ἡ ἀλήθεια διὰ Ἰησοῦ Χριστοῦ ἐγένετο.
18 a Θεὸν οὐδεὶς ἑώρακεν πώποτε·
bα μονογενὴς θεὸς ὁ ὢν εἰς τὸν κόλπον τοῦ πατρὸς
bβ ἐκεῖνος ἐξηγήσατο.

Nach der Erzäh­lung der Flei­sch­wer­dung und der Beto­nung des Schau­ens der gött­li­chen δόξα des λόγος wech­selt der Pro­log per homo­se­mes Wort­spiel in die Vater-Sohn-Meta­pho­rik, die aber mög­li­cher­wei­se schon in der Σοφία-Seman­tik von Prov 8,22ff ange­legt ist. Auch μονογενής wird hier zum ers­ten Mal ver­wen­det. Aus 1,13 wis­sen wir, dass Gott gebiert, doch der ein­zig­ge­bo­re­ne Sohn und die gebo­re­nen glau­ben­den Kin­der lie­gen sote­risch auf zwei Ebe­nen, der erlös­ten Kin­der und des erlö­sen­den Sohns. (more…)

28. Oktober 2019

Ent­ste­hung 2

 

Pro­to­koll­füh­rer: Mar­ko Nemet ___________________________________________________________________

1. Orga­ni­sa­to­ri­sches Das Semi­nar beginnt mit einer Ver­spä­tung, sechs Teil­neh­mer sind Anwe­send. Da neue Teil­neh­mer anwe­send sind, erklärt Prof. Dr. Mar­tin Pött­ner wie das Semi­nar auf­ge­baut ist und bringt die The­ma­tik näher. Anschlie­ßend fragt er nach, ob es noch Fra­gen oder Anmer­kun­gen zum Pro­to­koll von letz­ter Woche gibt. Kei­ner der Anwe­sen­den hat eine Fra­ge oder Anmer­kung. Die Anwe­sen­heits­lis­te wird her­um gege­ben. 2. Sach­in­halt Für die heu­ti­ge Ver­an­stal­tung wird Lukas 6 Vers 20 – 49 vor­ge­le­sen. Anschlie­ßend des­sen bit­tet Herr Pött­ner, die Teil­neh­mer durch eine Dis­kus­si­on mit­ein­an­der zu klä­ren, wie die­ser Text zusam­men­hängt mit dem Text vom ers­ten Semi­nar­tags (Lukas 1,5-2,15). Als ers­tes Ergeb­nis des­sen kommt ein Zusam­men­hang zwi­schen Lukas 1, 52-54: 51 Er übt Gewalt mit sei­nem Arm und zer­streut, die hof­fär­tig sind in ihres Her­zens Sinn. 52 Er stößt die Gewal­ti­gen vom Thron und erhebt die Nied­ri­gen. 53 Die Hung­ri­gen füllt er mit Gütern und lässt die Rei­chen leer aus­ge­hen. 54 Er gedenkt der Barm­her­zig­keit und hilft sei­nem Die­ner Isra­el auf, 55 (https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lutherbibel-2017/bibeltext/bibel/text/lesen/stelle/52/10001/19999/, letz­ter Zugriff: 22.10.2019) und Lukas 6, 21 & 25: 21 Selig seid ihr, die ihr jetzt hun­gert; denn ihr sollt satt wer­den. Selig seid ihr, die ihr jetzt weint; denn ihr wer­det lachen. 25 Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr wer­det hun­gern. Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr wer­det wei­nen und kla­gen. (https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lutherbibel-2017/bibeltext/bibel/text/lesen/stelle/52/60001/69999/, letz­ter Zugriff: 22.10.2019). (more…)

Urge­schich­te 2

 

Exege­ti­sche Metho­den
Pro­to­kol­lan­tin: Sara Ruiß­in­ger

Im zwei­ten Semi­nar wird über den Abschnitt Gene­sis 1-2 V. 4a dis­ku­tiert.
Zunächst wur­de über die Schöp­fung gespro­chen. Die Wör­ter, die Gott von sich gibt, haben eine star­ke Gewich­tung, da ihnen Taten fol­gen. Durch die All­mäch­tig­keit Got­tes geht die Fähig­keit ein­her, Din­ge nur durch die Spra­che umzu­set­zen. Als Gott die Erde erschaf­fen hat, hat er dies nur durch Spra­che getan. Durch den Satz „es wer­de Licht“ und die direk­te Umset­zung die­ses Vor­gangs, sieht man anhand der Schöp­fung, wie mäch­tig und stark die Wör­ter Got­tes sind. Nach­dem er die Schöp­fung abge­schlos­sen und die­se für sehr gut befun­den hat, war der Vor­gang abge­schlos­sen. Auf­grund des bis­her auf­ge­zeig­ten Sach­ver­halts stellt sich die Fra­ge, wel­cher Typ Gott sein muss, wenn er so vor­geht. Wer geht so mit Spra­che um? Nach­dem er die Schöp­fung für sehr gut befun­den hat, zwei­fel­te er spä­ter an der Rich­tig­keit sei­nes Tuns. Anhand die­ser The­ma­tik lässt sich schlie­ßen, dass Gen. 1 kein Schöp­fungs­be­richt ist. (more…)

26. Oktober 2019

Johan­ne­s­pro­log 21.10

 

Uni Hei­del­berg

1a Ἐν ἀρχῇ ἦν ὁ λόγος,

1b καὶ ὁ λόγος ἦν πρὸς τὸν θεόν,

1c καὶ θεὸς ἦν ὁ λόγος.

2 οὗτος ἦν ἐν ἀρχῇ πρὸς τὸν θεόν.
3a πάντα δι′ αὐτοῦ ἐγένετο,

3b καὶ χωρὶς αὐτοῦ ἐγένετο οὐδὲ ἕν. ὃ γέγονεν

4a ἐν αὐτῷ ζωὴ ἦν,

b καὶ ἡ ζωὴ ἦν τὸ φῶς τῶν ἀνθρώπων·

5 a καὶ τὸ φῶς ἐν τῇ σκοτίᾳ φαίνει,

b καὶ ἡ σκοτία αὐτὸ οὐ κατέλαβεν.

6 a Ἐγένετο ἄνθρωπος,

b ἀπεσταλμένος παρὰ θεοῦ,

c ὄνομα αὐτῷ Ἰωάννης·

7 aα οὗτος ἦλθεν εἰς μαρτυρίαν

aβ ἵνα μαρτυρήσῃ περὶ τοῦ φωτός

b ἵνα πάντες πιστεύσωσιν δι′ αὐτοῦ.

8 a οὐκ ἦν ἐκεῖνος τὸ φῶς,

b ἀλλ′ ἵνα μαρτυρήσῃ περὶ τοῦ φωτός.

9 a Ἦν τὸ φῶς τὸ ἀληθινόν,

b ὃ φωτίζει πάντα ἄνθρωπον,

c ἐρχόμενον εἰς τὸν κόσμον.

10 a ἐν τῷ κόσμῳ ἦν,

b καὶ ὁ κόσμος δι′ αὐτοῦ ἐγένετο,

c καὶ ὁ κόσμος αὐτὸν οὐκ ἔγνω.

11 a εἰς τὰ ἴδια ἦλθεν,

b καὶ οἱ ἴδιοι αὐτὸν οὐ παρέλαβον.

12 a ὅσοι δὲ ἔλαβον αὐτόν,

b ἔδωκεν αὐτοῖς ἐξουσίαν τέκνα θεοῦ γενέσθαι,

c τοῖς πιστεύουσιν εἰς τὸ ὄνομα αὐτοῦ,

13 a οἳ οὐκ ἐξ αἱμάτων

b οὐδὲ ἐκ θελήματος σαρκὸς

c οὐδὲ ἐκ θελήματος ἀνδρὸς

d ἀλλ′ ἐκ θεοῦ ἐγεννήθησαν.

14 aα Καὶ ὁ λόγος σὰρξ ἐγένετο

aβ καὶ ἐσκήνωσεν ἐν ἡμῖν,

b καὶ ἐθεασάμεθα τὴν δόξαν αὐτοῦ,

c δόξαν ὡς μονογενοῦς παρὰ πατρός …

Der grie­chi­sche Text ist seg­men­tiert reprä­sen­tiert so weit, wie wir am 21.10. gekom­men sind.

Das Über­set­zungs­pro­blem πάντα ἄνθρωπον (1,9) ist mit BibleWorks10 Akku­sa­tiv sg. „jeden“ o. Ä. Men­schen tra­di­tio­nell ver­ein­fa­chend oder para­phra­sie­rend zu lösen.

Rhe­to­risch ist der Pro­log durch Wie­der­ho­lun­gen,  leich­te Trans­for­ma­tio­nen (homo­se­mes Wort­spiel) geprägt. Inhalts­se­man­tisch stellt er eine Pro­blem­ge­schich­te dar. Er setzt die syn­op­ti­schen Evan­ge­li­en vor­aus – und rein­ter­pre­tiert sie vor dem  Hin­ter­grund der Weis­heits­tra­di­ti­on.

Wir been­den am 28. den  Pro­log und sehen zu, wie weit wir mit Joh 3,1ff kommrn.

20. Oktober 2019

Urge­schich­te

 

 

Prto­kol­lan­tin: Julia­ne Czuk­ta

In die­sem Semi­nar wird durch Metho­den der Her­me­neu­tik Gen 1-12,3 ana­ly­siert. Am ers­ten Semi­nar-Tag betrach­te­ten wir Gene­sis 1 bis Gene­sis 2 V. 4a. Der Text­ab­schnitt wird über­wie­gend als Mythos auf­ge­fasst und ist sowohl die Ein­lei­tung ins Alte Tes­ta­ment als auch die Ein­lei­tung der gan­zen Bibel, somit ist er auch für das Neue Tes­ta­ment essen­zi­ell. Kon­text­über­blick: Nach die­sem Abschnitt folgt die Geschich­te von Adam und Eva und deren Söh­nen (bis ein­schließ­lich Gen 4). Danach folgt die Sint­flut (Gen. 6-9), weil Gott die Schöp­fung bereu­te. Die anschlie­ßen­de Akzep­tanz der nicht per­fek­ten Men­schen, wur­de durch den Bund mit Noah besie­gelt. Wor­auf es eini­ge Zeit spä­ter zum Turm­bau zu Babel kommt (Gen 11), der Gott zeig­te, dass den Men­schen fast alles mög­lich ist, was aber nicht unbe­dingt gut ist und ggf. auch gefähr­lich. Trotz­dem ver­nich­te­te Gott die Men­schen nicht. Spä­ter in in Gen 11 tritt Abram (Abra­ham) auf den Plan, der der Stamm­va­ter Isra­els ist, aber in ihm sol­len auch „alle Geschlech­ter auf Erden“ geseg­net wer­den (Gen. 12 V. 3), was auch für das Neue Tes­ta­ment wich­tig ist.

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Ent­ste­hung des Chris­ten­tums nach dem Neu­en Tes­ta­ment

 

Pro­to­kol­lan­tin: Julia­ne Czuk­ta

Die­ses Semi­nar dreht sich um die Ent­ste­hung des Chris­ten­tums. Als Bibel­text wur­de am ers­ten Semi­nar­tag Lukas 1,5-2,15 her­an­ge­zo­gen.

Es geht um die Geburt Johan­nes des Täu­fers und die Geburt Jesu. Inhalts­an­ga­be: In dem Text geht zuerst um Zacha­ri­as und sei­ne Frau Eli­sa­beth, die kei­ne Kin­der bekom­men konn­te. Zusätz­lich waren bei­de eigent­lich schon zu alt dafür, doch ein Engel erschien Zacha­ri­as, einem Pries­ter, im Tem­pel und sag­te ihm, er wür­de einen Sohn bekom­men, den er Johan­nes nen­nen sol­le. Zacha­ri­as glaub­te dem Engel, aus zuvor genann­ten Grün­den, nicht, wes­halb er zur Stra­fe bis zur Geburt sei­nes Soh­nes stumm war. Johan­nes soll­te „groß sein vor dem Herrn […] und schon von Mut­ter­lei­be an mit dem Hei­li­gen Geist erfüllt wer­den“ (Lk 1,15) und vie­le Israe­li­ten zum Umkeh­ren (Lebens­wan­del) bewe­gen (Lk 1,16). Als Zacha­ri­as nach der Nach­richt aus dem Tem­pel kam, wun­der­te sich das Volk, dass er nicht mehr reden konn­te. Ab Vers 26 springt die Erzäh­lung zu Maria, eine Ver­wand­te Eli­sa­beths. Sie weiß laut eige­ner Aus­sa­ge „von kei­nem Man­ne“ (Lk 1 V. 34) und bekommt trotz­dem von einem Engel die Nach­richt, dass auch sie durch Got­tes Kraft einen Sohn bekom­men wür­de, den sie Jesus nen­nen sol­le. Der Engel sag­te über Jesus er wür­de „groß sein und Sohn des Höchs­ten genannt wer­den; und Gott der Herr [wür­de] ihm den Thron sei­nes Vaters David geben, und er [wür­de] König sein über das Haus Jakob in Ewig­keit, und sein Reich [wür­de] kein Ende haben.“ (Lk 1,32f) Maria akzep­tiert Got­tes Wahl, ord­net sich ihm unter und bezeich­net sich als sei­ne Magd (V.38). Maria besucht dar­auf­hin Eli­sa­beth. Die­se bemerkt am Hüp­fen ihres Babys im Bauch, dass Maria ein Kind von Gott bekom­men wird. Ab Vers 46 lobt Maria Gott und freut sich sehr, weil er sie aus­ge­sucht hat, ein beson­de­res Kind zur Welt zu brin­gen. Im Fol­gen­den zählt sie Posi­ti­ves auf, was den Herrn aus­macht und was er in Zukunft (auch durch Jesus) tun wird, wie bspw. „Er stößt die Gewal­ti­gen vom Thron und erhebt die Nied­ri­gen.“ (V. 52) und hebt Got­tes Barm­her­zig­keit her­vor. Die­se Aus­sa­ge ist ein Zitat aus Sirach 10, 14 kommt aber mit ähn­li­cher Aus­sa­ge auch an andern Stel­len im Alten Tes­ta­ment vor, wodurch sich Maria auf die­se Ver­hei­ßun­gen beruft. (more…)

Ist Gott eine Frau?

 

 

Zwei­tä­gi­ge Ver­an­stal­tung am 18./19.10. im Insti­tut für Theo­lo­gie und Sozial­ethik

Die inter­es­sier­ten Teil­neh­me­rin­nen wünsch­ten eine Ver­tie­fung am 02.11.2019.

Erör­tert wur­den anhand mei­ner Vor­le­sung Grund­fra­gen der Ent­wick­lung der femi­nistischen Theo­lo­gie seit den Tagen Mary Dalys, vgl. auch die Wiki­pe­dia-Arti­kel zu „femi­nis­ti­scher Theo­lo­gie“ und zu „Mary Daly“. (more…)

17. Oktober 2019

Johan­nes­evan­ge­li­um

Johan­ne­s­pro­log und Joh 3

Der Johan­ne­s­pro­log

 

 

Grie­chi­sche Lek­tü­re des Johan­nes­evan­ge­li­ums

Zu jeder Sit­zung wird hier eine knap­pe Zusam­men­fas­sung ver­öf­fent­licht. Die ers­ten 14 Ver­se des Johevs fin­den sich seg­men­tiert oben im zwei­ten Link.

In der ers­ten Sit­zung haben wir bis 1,5 über­setzt, bis 1,18 soll­ten wir in der zwei­ten kom­men. Trotz­dem bit­te 3,1-15 vor­be­rei­ten. Der Text befin­det sich seg­men­tiert im ers­ten Link oben. Auf Bible­Works als Hilfs­mit­tel wur­de hin­ge­wie­sen.

Da der Pro­log mit dem λόγος und sei­nem Ver­hält­nis zum θεός beginnt, waren auch dog­ma­ti­sche Fra­gen The­ma der Sit­zung. Reli­gi­ons­ge­schicht­li­che Über­le­gun­gen sind aber aus­schlag­ge­bend. Der Zusam­men­hang mit Gen 1 und Prov 8,22ff ist zu beach­ten.

 

 

 

 

 

23. September 2019

15. Sonn­tag nach Tri­ni­ta­tis: Mt 6,25ff

 

Schrift­le­sung: Pre­di­ger 2,3-11

Pre­digt: Mt 6,25-34

 

25Deswegen sage ich euch:

Sorgt euch nicht ängst­lich um euer Leben, was ihr essen oder was ihr trin­ken sollt, auch nicht um euren Leib, was ihr anzie­hen sollt. Ist nicht das Leben viel mehr als Essen, der Leib viel mehr als Klei­dung?

26Seht euch die Vögel des Him­mels an: Sie säen nicht und ern­ten nicht, sam­meln auch kei­ne Vor­rä­te in Scheu­nen – und Gott, Vater und Mut­ter für euch im Him­mel, ernährt sie. Unter­schei­det ihr euch nicht in vie­lem von ihnen? 27Könnt ihr eurem Lebens­al­ter auch nur eine kur­ze Stre­cke hin­zu­fü­gen, indem ihr euch Sor­gen macht? 28Und was sorgt ihr euch um Klei­dung?
Betrach­tet die Lili­en auf den Fel­dern, wie sie sich im Wach­sen ent­fal­ten: Sie mühen sich nicht ab und spin­nen kein Kleid. 29Doch ich sage euch: Nicht ein­mal Salo­mo in sei­nem gan­zen Glanz war schö­ner geklei­det als eine die­ser Feld­blu­men.
30Wenn aber Gott selbst die Grä­ser auf dem Feld so klei­det, das Kraut, das heu­te da ist und mor­gen in den Ofen gewor­fen wird, um wie viel mehr euch, ihr Men­schen mit wenig Ver­trau­en!

31So hört nun auf, euch zu sor­gen und zu sagen: Was sol­len wir essen? Oder: Was sol­len wir trin­ken? Oder: Womit sol­len wir uns klei­den? 32Auf das alles rich­ten die Men­schen der Völ­ker ihren Sinn. Gott, Vater und Mut­ter für euch im Him­mel, weiß ja, dass ihr dies alles braucht.
33Sucht hin­ge­gen zuerst das Reich und die Gerech­tig­keit Got­tes, und dies alles wird euch dazu geschenkt wer­den. 34Sorgt euch des­halb nicht um mor­gen, denn der mor­gi­ge Tag wird für sich selbst sor­gen. Es reicht, wenn jeder Tag sei­ne eige­ne Belas­tung hat.1

 

Lie­be Gemein­de,

 

die letz­ten bei­den Wochen sind vom Erfolg eines 16jährigen Mäd­chens mit Zöp­fen geprägt. Ihre Form des gewalt­sa­men Wider­stands des frei­täg­li­chen Schul­streiks hat sich zu einer welt­wei­ten Pro­test­be­we­gung aus­ge­wei­tet. Daher sprach Gre­ta Thun­berg vor der UNO-Voll­ver­samm­lung in For­men der klas­si­schen Rhe­to­rik, von der auch die Bibel und auch unser heu­ti­ger Pre­dig­text geprägt sind.

Viel­leicht nei­gen wir vor der wil­den Dis­kus­si­on um Gre­ta dazu die­sen berühm­ten Text der Berg­pre­digt Jesu miss­zu­ver­ste­hen, z. B. als aske­ti­sches Gesetz, als grü­nes Ver­bot uns zu ent­hal­ten, etwa von Fleisch oder ele­gan­ter Klei­dung, von Ver­schwen­dung von Geld, als eine Art auch schon anti­ker Lebens­kunst, wie wir unser Leben beson­nen in den Griff bekom­men, sodass wir nicht uns selbst und ande­ren scha­den.2 (more…)

  1. Vgl. BgS, zur Stel­le, Lui­se Schott­roff.
  2. Vgl. Art. Lebens­kunst, WiBiLex http://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/59490/ mit anti­ken Bei­spie­len.
9. August 2019

Die drit­te Auf­klä­rung von Micha­el Ham­pe

Ankün­di­gung

 

Aus­ein­an­der­set­zung mit Micha­el Ηam­pe, Drit­te Auf­klä­rung, Ber­lin 2018, hier in andert­halb Wochen.

Ein wich­ti­ger Bei­trag des Phi­lo­so­phen an der ETH Zürich.

  1. Auf­klä­rung, kon­zen­triert auf Sokra­tes. Über­win­dung von Gewalt und Grau­sam­keit durch Argu­men­ta­ti­on.
  2. Auf­klä­rung, kon­zen­triert auf Kant u. a. Empi­ri­sche Wis­sen­schaf­ten.
  3.  Auf­klä­rung, ori­en­tiert an der prag­ma­tis­ti­schen Rezep­ti­on der Mit­spie­ler-Meta­pher in Kants Anthro­po­lo­gie in prag­ma­ti­scher Hin­sicht. „Drit­te Auf­klä­rung“ wur­de zuerst von Put­nam mit einem Text von John Dew­ey in Ver­bin­dung gebracht.

Ham­pes Text arbei­tet noch nicht Gre­ta Thun­berg ein, aber geht auf pro­ble­ma­ti­sche Ent­wick­lun­gen wie Trump, Bots usf. ein. Zur Illu­si­ons­lo­sig­keit gehört, dass wir die Gegen­be­we­gun­gen wahr­neh­men, ana­ly­sie­ren. Dass die drit­te Auf­klä­rung sich ent­fal­tet, hängt von uns ab, indem wir zum Sub­jekt unse­rer Geschich­te zusam­men­wach­sen, wobei Ham­pe whitehead­mä­ßig dabei mit recht am Bil­dungs­ver­ständ­nis Dew­eys anknüpft. Das ist welt­weit gedacht, mit­hin muss es um inter­kul­tu­rel­le Bil­dung gehen.