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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


15. Dezember 2017

Urge­schich­te

 

The­ma waren die Geschlech­ter­fol­gen in Gen 4,17ff und 5,1ff. Zugleich näher­ten wir uns der seman­ti­schen, der inhalt­li­chen Ebe­ne der Text­ana­ly­se an.
4,17ff und 5,1ff erschie­nen uns unter­schie­den wie 2,4bff und 1,3ff, stär­ker erzäh­lend vs. eher lis­ten­mä­ßig. Inhalt­lich unter­schie­den sind die Tex­te durch Erwäh­nung von Frau­en und deren expli­zi­tem Feh­len. Lamech war sogar Poly­ga­mie.
Das hohe Alter der Ahnen beschäf­tigt unse und wird uns noch wei­ter beschäf­ti­gen. Uns fiel noch auf, dass Hen­och und Noah beson­ders posi­tiv her­vor­ge­ho­ben sind, wäh­rend Lamech wegen sei­nes prah­le­ri­schen Lie­des offen­bar nega­tiv bewer­tet wird.
War­um kommt es zur Sint­flut? Das ist eine Fra­ge, sie wird uns beim nächs­ten Mal beschäf­ti­gen.

Zusam­men­fas­sung Eth­nie usf.

The­ma der Sit­zung waren Jes 2,1-4 und 42,1-4.
Der Text der Völ­ker­wall­fahrt zum Zion (vgl. Mi 4) ist uni­ver­sal aus­ge­legt und zeigt bis Pau­lus eine zugleich israel­zen­tri­sche Kon­zep­ti­on. Der Zion ist der Tem­pel­berg in Jeru­sa­lem.
Zugleich ist der Gerichts­ge­dan­ke mit der Frie­dens­reichs-Idee ver­bun­den. Das wird in 42,1-4 noch gestei­gert. Denn jetzt agiert auch die mes­sia­ni­sche Figur, der Skla­ve JHWHs, der Knecht Got­tes gewalt­los. Er tritt nicht nach und bringt laut­los das Recht nach Grie­chen­land, gemeint sind wohl die Inseln in der Ägä­is.
Die Zeit bei­der Tex­te ist viel­leicht die Zeit Alex­an­ders des Gro­ßen oder sei­ner Nach­fol­ger. Bei­de Tex­te sind mono­the­is­tisch.
In der nächs­ten Sit­zung bespre­chen wir noch Jes 49,1-6

13. Dezember 2017

Zusam­men­fas­sung 11.12. (Uni Hei­del­berg)

Die Übung wird in der Fol­ge stets in ÜR 2 WTS statt­fin­den.

Fol­gen­de Tex­te wur­den zur Über­set­zung ver­ein­bart:

Joh 8

Joh 10

1 Joh 4

Joh 4

Joh 21 wur­de zu Ende über­setzt. Die Fra­ge des Epi­logs wur­de anhand des Tex­tes erör­tert, auch die Haupt­ar­gu­men­te für die Abtren­nung von Kapi­tel 21.

Dabei spielt die Hir­ten­me­ta­pho­rik bzw. das Hir­ten­bild eine zen­tra­le Rol­le. Es ist stark in Meso­po­ta­mi­en (Enu­ma Elisch) ver­wen­det wor­den, dann auch in der Jüdi­schen Bibel (David, Psalm 23). Daher legt sich zunächst eine König­s­as­so­zia­ti­on bzw. eine auto­ri­tä­re Inter­pre­ta­ti­on nahe, die zu einer hier­ar­chi­schen Auf­fas­sung der christ­li­chen Gemein­de füh­ren wür­de – und im Katho­li­zis­mus auch geführt hat. Durch Luther wur­de das durch­bro­chen, die ein­zel­ne Gemein­de bestimmt über die Leh­re – und nicht der Pas­tor. Daher wur­de Joh 21 als groß­kirch­li­cher Nach­trag betrach­tet, früh­ka­tho­lisch wg. der Rol­le des Petrus und sei­ner mög­li­chen Funk­tio­na­li­tät als ers­ter Papst. Dazu zwei Buch­schlüs­se. Dem steht der text­kri­ti­sche Befund ent­ge­gen, dass es kei­ne Exem­pla­re des Johan­nes­evan­ge­li­ums gibt, die 21 nicht ent­hal­ten. Voll­stän­dig wür­de 20,30ff erst, wenn 21,20-25 hin­zu­kommt.

Die Epi­log­fra­ge lässt sich an der Zen­tral­stel­lung der Lie­be the­ma­ti­siert erör­tern. Die Wör­ter ἀγαπᾶν und φιλεῖν wer­den als homo­se­mes Wort­spiel ver­wen­det. Die Zahl drei ver­weist auf die drei­fa­che Ver­leug­nung Jesu durch Petrus, was durch die Vor­aus­sa­ge des Todes Petri belegt wird, die auf ἀκολουθεῖν bezo­gen ist. The­ma ist also auch die Kreu­zes­nach­fol­ge. Und das muss auch schon für die Inter­pre­ta­ti­on von Joh 10 gel­ten, sodass Christ/inn/en sowohl Hirt/inn/en als auch Scha­fe für­ein­an­der sind.

Was für das Hir­ten­bild gilt, gilt auch für das Mes­si­as­bild (vgl. PsSal 17f). Ein gekreu­zig­ter Mes­si­as ent­spricht am ehes­ten den Skla­ve-JHWHs-Tex­ten Deu­tero­je­sa­jas.

Auf­ga­ben zur Nächs­ten Sit­zung

Über­set­zen und seg­men­tie­ren Sie Joh 8,1-20!

11. Dezember 2017

Flucht, Eth­nie, Reli­gi­on, Men­schen­rech­te (Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Darm­stadt)

Ver­an­stal­tung: Theo­lo­gie des Neu­en Tes­ta­ments
Dozent: Prof. Dr. Mar­tin Pött­ner
Datum: 5.12.2017, 09.50 – 11.30 Uhr
Pro­to­koll: Bet­ti­na Rei­chelt

Vor­trag von Herrn Pött­ner:
Flucht, Eth­nie, Fremd­sein und bibli­sche Reli­gi­on – hat das etwas mit den Men­schen­rech­ten zu tun?

Der Vor­trag beginnt mit der Fra­ge­stel­lung: ob wesent­li­che Gehal­te der bibli­schen Reli­gi­on mit den Men­schen­rech­ten über­ein­stim­men und bezieht sich dabei auf die

  1. allg. Erklä­rung der Men­schen­rech­te von 1948 und 1951
  2. und die Gen­fer Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on

Zunächst wer­den eini­ge bibli­sche Geschich­te als Bei­spie­le für Flucht­er­fah­run­gen des Alten Tes­ta­ments von Herrn Pött­ner erzählt:

1. „Abra­ham und Sara“ flie­hen nach Ägyp­ten als sog. Wirt­schafts­flücht­lin­ge. Abra­ham macht unwah­re Anga­ben. Dies lässt sich auf unse­re Zeit über­tra­gen.
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9. Dezember 2017

Der ers­te Mord (Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Darm­stadt)

 

Stun­den­pro­to­koll vom 05.12.201Protokollantin: Marei­ke Jahn

 

Bibel­stel­len: Gene­sis 1-3 und Beginn von Gene­sis 4,1-4,16

Wie ist der Sün­den­fall zu ver­ste­hen, was genau ist die „Sün­de“?

Zum Beginn des Semi­nars gab es die Mög­lich­keit unkla­re Stel­len aus Gene­sis 1-3 zu klä­ren, da wir uns in den Stun­den zuvor mit die­sen Bibel­stel­len tief­grün­dig beschäf­tig­ten und in die­ser Sit­zung mit Gene­sis 4 begin­nen möch­ten. Erstaun­li­cher­wei­se gab es kei­ne Unklar­hei­ten und wir konn­ten sofort mit Gene­sis 4 begin­nen. (Im Ver­lauf des Semi­nars, gab es natür­lich immer wie­der Ver­wei­se, auf Gene­sis 1-3 obwohl wir uns pri­mär mit Gene­sis 4 beschäf­tig­ten).

Gene­sis 4 trägt die Über­schrift: „Kains Bru­der­mord“, in die­ser Erzäh­lung wird zum ers­ten Mal das Wort „Sün­de“ nie­der­ge­schrie­ben. Zum einen fin­den wir das Wort Sün­de in Gene­sis 4,7 [„Ist´s nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erhe­ben, bist du aber nicht fromm, so lau­ert die Sün­de vor der Tür, und nach dir hat sie Ver­lan­gen; du aber herr­sche über sie.“] und in Gene­sis 4,13 [„Kain aber sprach zu dem HERRN: Mei­ne Sün­de ist grö­ßer, denn das sie mir ver­ge­ben wer­den möge.“] wie­der. (more…)

6. Dezember 2017

Uni Hd (04.12.)

Zusam­men­fas­sung vom 04.12

Wir über­setz­ten Joh 20,19-21,14. Der Text ist hier seg­men­tiert bis zum Schluss von Kapi­tel 21 dar­ge­stellt.

19Οσης ον ψας τ
μρ
κεν τ μι σαββτων

κα τν θυρν κεκλεισμνων

που σαν ο μαθητα δι τν φβον τν ουδαων,

λθεν
ησος

κα
στη ες τ μσον κα λγει ατος·

ερνη μν.

20κα τοτο επν δειξεν τς χερας

κα τν πλευρν ατος.

χρησαν ον ο μαθητα
δντες τν κριον.

21επεν ον ατος [
ησος] πλιν·

ερνη μν·

καθς πσταλκν με πατρ,

κγ πμπω μς.

22κα τοτο επν νεφσησεν

κα λγει ατος·

λβετε πνεμα γιον·

23ν τινων φτε τς μαρτας φωνται ατος,

ν τινων κραττε κεκρτηνται.
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3. Dezember 2017

Vor­trag Darm­stadt 05.12.

Flucht, Eth­nie, Fremd­sein und bibli­sche Reli­gi­on – hat das etwas mit den Men­schen­rech­ten zu tun?

Der Titel for­mu­liert eine Fra­ge, die sich mir in den letz­ten 25 Jah­ren deut­li­cher gestellt hat. Mir hat es nie genügt, wenn bibli­sche Tex­te zu die­sen The­men in den Vor­der­grund gestellt wur­den – und dann gefor­dert wur­de, Politiker/innen han­delt bit­te so! In den Jah­ren 2015ff hat sich der Rats­vor­sit­zen­de der EKD Bed­ford-Strohm z. B. in Talk­shows in die­se Rol­le drän­gen las­sen. Wor­um es aber gehen müss­te, ist zu über­prü­fen, ob wesent­li­che Gehal­te der bibli­schen Reli­gi­on mit den Men­schen­rech­ten über­ein­stim­men – oder ob das nicht der Fall ist. Ob also Men­schen wie Bea­trix von Storch recht haben, wenn sie ein beson­de­res Recht des Schut­zes des deut­schen Vol­kes anneh­men, das etwa durch die angeb­li­che Grenz­öff­nung durch Ange­la Mer­kel im Sep­tem­ber 2015 infra­ge gestellt wor­den sei.

Ich behan­de­le das in zwei Schrit­ten, die zur Dis­kus­si­on ein­la­den sol­len – und daher man­che Sach­ver­hal­te the­sen­haft auf den Punkt brin­gen:

  1. Wor­in besteht die bibli­sche Bot­schaft zu den ange­spro­che­nen The­men?

Für mich sind das die aus­schlag­ge­ben­den Tex­te der Men­schen­rech­te, die nor­ma­tiv sind. (more…)

Fremd­sein, Eth­nie (Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Darm­stadt)

Pro­to­koll Theo­lo­gie des Neu­es Tes­ta­ment vom 2811.17 von MK

Die zitier­ten Bibel­stel­len stam­men aus der Luther­über­set­zung 2017

The­ma: Pro­phe­ti­sche Tex­te

All­ge­mei­ne struk­tu­rel­le Hin­wei­se:

Nach Erzäh­lun­gen (Gene­sis und Exo­dus) und Geset­zes­tex­ten (Exo­dus und Levi­ti­kus) kommt jetzt eine Betrach­tung einer drit­ten Mög­lich­keit, die auch zeit­über­grei­fend ist.

Die behan­del­ten Bibel­stel­len wur­den ver­mut­lich zu unter­schied­li­chen Zei­ten geschrie­ben.

Jere­mia wur­de wahr­schein­lich vor dem Exil geschrie­ben. Eze­chiel wur­de recht sicher im Exil geschrie­ben.

Sacha­ria und Malia­chi sind Pro­phe­ten die in der nach dem Exil neu ent­wi­ckel­ten reli­giö­sen Kul­tur ent­stan­den sind (per­si­sche und grie­chi­sche Peri­ode).

Gemein haben die Pro­phe­ten ein kri­ti­sches Auf­tre­ten. Unab­hän­gig von der poli­ti­schen Macht bezie­hen sie sich auf die Reli­gi­on. (more…)

Ver­gleich Gen 1-3 (Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Darm­stadt)

Ist die Para­die­s­er­zäh­lung eine Erzäh­lung vom Sün­den­fall?
Zusam­men­fas­sung vom 28.11.2017
Bibel­stel­len: Gene­sis 1-3


FB 02: Geschichts- und Kul­tur­wis­sen­schaf­ten

Insti­tut für Theo­lo­gie und Sozi­al­ethik

Ver­an­stal­tung: Theo­lo­gie des Neu­en Tes­ta­ments

Dozent: Prof. Dr. Mar­tin Pött­ner

Refe­ren­tin: A. W.

Zusam­men­fas­sung der Sit­zung am 28.11.2017

Der Ein­stieg der Sit­zung erfolgt durch das Auf­grei­fen offen geblie­be­ner Fra­gen der letz­ten Sit­zung vom 21.11.2017. Wir beschäf­tig­ten uns mit den Fra­gen, „Ist Gen 3 eine Sün­den­fall-Erzäh­lung?“ und „Wel­che Rol­le spielt die Schlan­ge in Gen 3?“ Außer­dem ergibt sich im wei­te­ren Ver­lauf die Fra­ge, ob „mit dem Sün­den­fall der Sex zwi­schen zwei Men­schen gemeint ist?“ bzw. „ob mit dem Sex die Sün­de in die Welt gekom­men ist?“ (more…)

29. November 2017

Grie­chi­sche Lek­tü­re des Johan­nes­evan­ge­li­ums (Uni Hd)

Wir über­setz­ten 19,25-30; 20,1-18.

25Εστκεισαν δ παρ τ σταυρ τοησο

μτηρ ατο

καἡ αδελφ τς μητρς ατο,

Μαρα το Κλωπ

κα Μαρα Μαγδαλην.

26ησος ον δν τν μητρα

κα τν μαθητν παρεσττα ν γπα,

λγει τ μητρ·

γναι,


δε υἱός σου.

27ετα λγει τ μαθητ·

δε μτηρ σου.

καπ‘ κενης τς ρας λαβεν μαθητς ατν ες τδια.

 28Μετ τοτο εδς ησος


τι δη πντα τετλεσται,

να τελειωθ γραφ,

λγει·

διψ.

29σκεος κειτο ξους μεστν·

σπγγον ον μεστν το
ξους σσπ περιθντες

προσνεγκαν ατο τ στματι.

30τε ον λαβεν τ
ξος [] ησος επεν·

τετλεσται, κα κλνας τν κεφαλν

παρδωκεν τ πνεμα.
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