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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


20. April 2018

Ver­an­stal­tun­gen in Darm­stadt 17.04.

Bibel­kun­de: Hin­füh­rung, Kon­tex­tua­li­sie­rung und die ver­schie­de­nen Kano­nes

In Fort­füh­rung vom 12.04. bespra­chen wir ver­schie­de­ne deut­sche Bibel­über­set­zun­gen.
Wich­tig ist der zwei­te Punkt. Die Bibel­lek­tü­re soll­te heu­te nicht mehr ohne Bezug zum Koran voll­zo­gen wer­den. Denn der Koran ist jeden­falls auch eine Fort­schrei­bung vor allem der jüdi­schen Bibel. Die Ähn­lich­kei­ten und Unähn­lich­kei­ten beschreibt der Koran so, es habe eine himm­li­sche Mut­ter der Schrift gege­ben, Sure 43,4, die an alle Pro­phe­ten ver­sandt wor­den sei, bei Moham­med sei das am bes­ten ange­kom­men. In jün­ge­rer Zeit hat sich in Ber­lin vor allem Ange­li­ka Neu­wirth her­vor­ge­tan, bei der sich eine neue Text­ge­stalt erschließt, die mit dem von mir behaup­te­ten Fort­schrei­bungs­pro­zess ver­wandt ist. Das stimmt i. E. mit der neu­en his­to­risch-kri­ti­schen Aus­ga­be in Tune­si­en über­ein. Wir wer­den das an ein­zel­nen Tex­ten ver­fol­gen. (more…)

13. April 2018

Semi­nar­plan Frei­heits­ver­ständ­nis des Pau­lus Hei­del­berg

 

Τῇ ἐλευθερίᾳ ἡμᾶς Χριστὸς ἠλευθέρωσεν – wie es rhe­to­risch stark in Gal 5,1 heißt: Zur Frei­heit hat uns (der) Chris­tus befreit.  Pau­lus ist zwei­fel­los der bedeu­tends­te Ver­tre­ter einer Auf­fas­sung der Frei­heit im Neu­en Tes­ta­ment. Nur bei Johan­nes gibt es eine Par­al­le­le. Das ist des­we­gen auch die umstrit­tens­tenste Kon­zep­ti­on im NT. Und wer die Debat­ten um die NSA, um Face­book oder die Gehirn­for­schung ver­folgt, könn­te mei­nen, dass Pau­lus bes­ser ver­ges­sen oder nicht beach­tet wird. Da die Frei­heits­kon­zep­ti­on nicht zuletzt inner­halb jüdi­scher Optio­nen dis­ku­tiert wird, gilt Pau­lus gele­gent­lich als anti­ju­da­is­tisch.

Eini­ge Frau­en in Korinth nah­men Pau­lus ernst, aber wur­den von ihm kri­ti­siert. Das müs­sen wir im Semi­nar ver­fol­gen.

Pau­lus ist ein bril­lan­ter Schrift­aus­le­ger, sei­ne Posi­tio­nen müs­sen daher vor dem Hin­ter­grund der hei­li­gen Schrif­ten des Juden­tums ver­stan­den wer­den.  Er schreibt die­se Tex­te fort, das soll­ten wir ein wenig ver­ste­hen.

 

I. Hei­li­ge Schrif­ten der J*uden

23. und 30.04.: Gen 1-3

II. Frei­heit in Korinth

07.05. 1Kor 11,2ff

14.05.  Gal 3,26-29

21.05. 1Kor 8,1ff

28.05. 1Kor 10,23ff

III. Frei­heit und Gesetz

04.06. Gal 3,1-14

11.06. Gen 12-16

18.06. Gal 3,15-29

25.06. Gal 5,1-6

02.07. Röm 7,7-12

09.07. Röm 7,13-25a

16.07. Röm 11,25-33

 

Die Tex­te sind digi­tal unter wibilex.de und in der UB über Bible Works 8 zu errei­chen, dort auch wei­te­re Hilfs­mit­tel.

Der Semi­nar­plan fand in der ers­ten Sit­zung die Zustim­mung der Teil­neh­men­den.

Auf­ga­ben zur nächs­ten Sit­zung

  1. Lesen Sie Gen 1-3 in deut­scher Über­set­zung. Für 2,4bff kann die Bibel in gerech­ter Spra­che hilf­reich sein.
  2. Die hebräi­schen oder grie­chi­schen Ver­sio­nen kön­nen zur Kennt­nis genom­men wer­den.
  3. Über­le­gun­gen Sie, wie 1,1-2,4a und 2,4bff erzählt sind!

 

 

 

 

Ver­an­stal­tun­gen Darm­stadt 10.04.

 

Hier ste­hen immer am Frei­tag nach dem Semi­nar Zusam­men­fas­sun­gen der jewei­li­gen Sit­zun­gen, sofern die­se von mir stam­men.

1. Bibel­kun­de

Die Bibel wird kur­so­risch nach der Bibel­kun­de von Bor­mann wahr­ge­nom­men. Zum nächs­ten Mal ist der Para­graf 1 zu lesen. Im MIZ.

2. Berg­pre­digt

Wir began­nen schon mit der Lek­tü­re und wid­me­ten uns den Erzäh­ler­kom­men­ta­ren in Mt 5,1f und 7,28f. Die­se kom­men­tie­ren 5,3-7,27 bzw. lei­ten ein. Die Leser/innen erfah­ren, dass Jesus ange­sichts der Volks­men­ge auf den Berg steigt, sich zur Leh­re hin­setzt – und sei­ne Schü­ler bzw. Jün­ger hin­zu­tre­ten.
Die fol­gen­de Rede ist an die Volks­men­ge gerich­tet, ihre Reak­ti­on wird in 7,28f dar­ge­legt. Anders als ihre Schrift­ge­lehr­ten habe Jesus mit Voll­macht, Kom­pe­tenz o. Ä. gelehrt. Mt prä­sen­tiert den Text mit­hin als
• Leh­re, die im Kon­text der jüdi­schen
• Schrift­ge­lehr­ten
beson­ders wir­kungs­voll erscheint – so die erzähl­te Reak­ti­on des Publi­kums.
Wir wer­den die­sen schrift­ge­lehr­ten Dis­kurs in der Berg­pre­digt genau ver­fol­gen.

Auf­ga­ben zur nächs­ten Sit­zung

1. Lesen Sie Mt 5,3-12 und glie­dern Sie den Text!
2. Vgl. Sie Lk 6,20-26! Was fällt Ihnen auf?

2. Februar 2018

Vier­ter Sonn­tag nach Epi­pha­ni­as: Gen 11,1-9 (EfG Gries­heim)

 

Gen 11 1Es war so, dass die gan­ze Erde eine ein­heit­li­che Sprech­wei­se und über­ein­stim­men­de Wor­te hat­te. 2Da geschah es, als sie von Osten auf­bra­chen, dass sie eine Ebe­ne im Lan­de Schi­nar fan­den und sich dort nie­der­lie­ßen. 3Und sie spra­chen, ein Mensch zu sei­nem Mit­men­schen: »Wohl­an! Wir wol­len Lehm­zie­gel zie­geln und im Brand bren­nen!« Und der Zie­gel dien­te ihnen als Stein, und das Erd­pech dien­te ihnen als Mör­tel. 4Und sie spra­chen: »Wohl­an! Wir wol­len eine Stadt und einen Turm bau­en, und sei­ne Spit­ze soll him­mel­hoch sein. So wol­len wir uns einen Namen machen, dass wir uns nicht zer­streu­en über die gan­ze Erd­flä­che!« 5Da stieg der Herr hin­ab, um die Stadt und den Turm zu bese­hen, wel­che die Men­schen bau­ten. 6Und der Herr sprach: »Ja, ein Volk sind sie und eine ein­heit­li­che Sprech­wei­se haben sie alle – und dies ist erst der Anfang ihres Tuns. Und nun: Nichts wird ihnen unaus­führ­bar blei­ben, was immer sie sich zu tun vor­neh­men. 7Wohlan! Wir wol­len hin­ab­stei­gen und dort ihre Rede durch­ein­an­der brin­gen, sodass kein Mensch mehr die Rede der Mit­men­schen ver­steht.« 8Da zer­streu­te der Herr sie von dort über die gan­ze Erd­flä­che, und sie hör­ten auf, die Stadt zu bau­en. 9Von daher nennt man ihren Namen Babel, ›Durch­ein­an­der‹, dort hat ja der Herr die Sprech­wei­se der gan­zen Erde durch­ein­an­der gebracht, und von dort hat der Herr sie über die gan­ze Erd­flä­che zer­streut. (Vgl. Bibel in gerech­ter Spra­che, z. St.)

Lie­be Gemein­de,

Gott, der Herr, hat es nicht leicht mit den Men­schen in der Urge­schich­te, in Gen 1-12,3. Zunächst erschafft er sie als weib­li­che und männ­li­che Wesen, wel­che als sei­ne Bil­der die Schöp­fung beherr­schen und bewah­ren sol­len. Mit­hil­fe der Schlan­ge essen Eva und Adam vom Baum der Erkennt­nis des Guten und Bösen, sie wer­den dadurch sitt­lich genau­so klug wie Gott – und müs­sen des­halb das Para­dies ver­las­sen, damit sie nicht auch noch vom Baum des Lebens essen und wie Gott unsterb­lich wer­den. Gott, der Herr, ach­tet also dar­auf, dass die Men­schen ihm nicht völ­lig gleich wer­den.
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31. Januar 2018

Ver­an­stal­tun­gen Darm­stadt 30.01.

Flucht, Eth­nie usf.

Da ich zu einer KIKA-Sen­dung ver­linkt hat­te, ging es um die Fra­ge, wie der Bezug zu gewalt­lo­sen Kon­flikt­lö­sungs­stra­te­gi­en wie in Mt 5,38ff zu ver­ste­hen sei. Die Sen­dung zeigt ein jun­ges Paar, das mit­ein­an­der Kon­flik­te zu bear­bei­ten sucht, auch Eltern kom­men zu Wort. Die Sen­dung wur­de z. B. auf Twit­ter skan­da­li­siert, weil hier angeb­lich ein geflüch­te­ter Syrer eine jun­ge Deut­sche sexu­ell miss­braucht habe und sie wahr­schein­lich umbrin­gen wer­de. Im Video wird die Ver­schie­den­heit des Paars the­ma­ti­siert. Zu unse­rem Text passt, dass der Kon­flikt von bei­den aus­ge­spro­chen wird – und Fremd­heits­er­fah­run­gen offen­ge­legt wer­den. In der Fol­ge wur­den die Dif­fe­ren­zen katholisch/evangelisch und christlich/muslimisch, deutsch/syrisch erör­tert, eben­falls der Reli­gi­ons­un­ter­richt an öffent­li­chen Schu­len.
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24. Januar 2018

Ver­an­stal­tun­gen in Darm­stadt 23.01.

  1. 1. Theo­lo­gie: Fremd­heit usf.

Wir beschränk­ten uns auf Mt 5,38-48, ein Text, der Par­al­le­len in Lk 6 hat. Gezeigt wer­den soll­te, wie sich die Uni­ver­sa­li­tät von Juden­tum und Chris­ten­tum und Juden­tum nun dar­stellt. Jesus gilt als der­je­ni­ge, der Gesetz und Pro­phe­ten dyna­misch aus­legt, das ist der Sinn der For­mu­lie­rung: „… nicht auf­lö­sen … , son­dern erfül­len“ (Mt 5,17).

Der Text hat es beson­ders mit dem Phä­no­men von Fremd­heit, Anders­sein als … zu tun bzw. mit Kon­flik­ten, die dar­aus erwach­sen kön­nen.

Als wich­ti­ge Regel der Tora wird Ex 21,24f her­an­ge­zo­gen, die zu einem gleich­be­rech­tig­ten Aus­gleich auf­for­dert: „Auge um Auge, Zahn um Zahn …“ Es gab zwei Schwie­rig­kei­ten, das auf den fol­gen­den Text zu bezie­hen.

  1. Linke/rechte Wan­ge, bor­gen?
  2. Wie sol­len wir das machen? Ein Ver­trau­ens­pro­blem.

Gemeint ist eine Form des gewalt­lo­sen Wider­stands wie zuneh­mend seit Ende des 19. Jhdts. gesagt wird. Wir dis­ku­tier­ten Ghan­di, Bon­hoef­fer, die Ker­zen in der Leip­zi­ger Niko­lai­kir­che. Sowohl das römi­sche Lehr­amt als auch die offi­zi­el­le Hal­tung der EKD sind nach der erneu­ten Zunah­me von gewalt­tä­ti­gen, krie­ge­ri­schen Lösun­gen auf die­se Posi­ti­on zurück­ge­kom­men. Haupt­ar­gu­ment ist, dass alle krie­ge­ri­schen Lösun­gen seit eini­ger Zeit ein wei­te­res Infer­no aus­lö­sen.

Zu einem sehr aktu­el­len Pro­blem, das bei unse­rer Dis­kus­si­on eine Rol­les spiel­te, vgl. hier.

  1. 2. Urge­schich­te

Die Völ­ker­ta­fel in Gen 10 (vgl. hier) ent­wirft ein Bild der Völ­ker­welt, das wohl bis ins Neue Tes­ta­ment gül­tig sein dürf­te, Mar­kus Wit­te berück­sich­tigt m. E. zurecht den Bezug der Tafel auf Grie­chen­land.

Wir beschäf­tig­ten uns prag­ma­tisch mit 9,18ff, zumal der Dozent mit Stu­den­tin­nen zusam­men war.

Wie schon zuvor wird die Domi­nanz einer patri­li­nea­ren Betrach­tungs­wei­se offen­sicht­lich. Der Dozent ver­wies auf die sym­me­tri­sche Bestim­mung in Gen 1,26ff als eine Gegen­ent­wick­lung, sodass ein Inter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum ent­steht, der eigen­stän­di­ge Interpret/inn/en erfor­der­lich macht, um die Bibel kri­tisch und exis­ten­zi­ell enga­giert zu lesen.

Ein gutes Bei­spiel dafür war die Debat­te der Teil­neh­me­rin­nen, die das auf die eige­ne Lebens­welt bezo­gen.

Grie­chi­sche Lek­tü­re, Johan­nes­evan­ge­li­um, Joh 10,12ff

Wir über­setz­ten Joh 10,12-31 und ent­schie­den uns dann, in der nächs­ten Sit­zung auf 1 Joh 4 über­zu­ge­hen. Seg­men­tiert sieht der über­setz­te Text so aus:

12 μισθωτς κα οκ ν ποιμν,

ο οκ στιν τ πρβατα δια,

θεωρε τν λκον ρχμενον

κα φησιν τ πρβατα κα φεγει –

κα λκος ρπζει ατ κα σκορπζει –

13τι μισθωτς στιν κα ο μλει ατ περ τν προβτων.

 14γ εμι ποιμν καλς κα γινσκω τ μ

κα γινσκουσν με τ μ,
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Grie­chi­sche Lek­tü­re, Auf­ga­ben!

Am Mon­tag ist mir ein Feh­ler unter­lau­fen, sor­ry!

Auf­ga­ben zum 29.o1

1. Über­set­zen und seg­men­tie­ren Sie 1Joh 4(!),1-21!

 

22. Januar 2018

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Semi­nar: Theo­lo­gie des Neu­en Tes­ta­ments: Fremd­sein und Flucht im NT- Volk, Eth­nie
und Reli­gi­on im Welt­ho­ri­zont
Gele­se­ner Text: Mat­thä­us, Kapi­tel 2.1-23
Pro­to­koll vom 16.01.2018
Pro­to­kol­lan­tin: LW

In den Ver­sen eins bis drei beschreibt die Bibel, dass Jesus in Beth­le­hem in Judäa gebo­ren ist. Zu die­ser Zeit regiert der König Hero­des, ein Römi­scher König, das Land. Als Hero­des durch die Stern­deu­ter von der Geburt Jesus erfährt, erschrickt Hero­des und mit ihm ganz Jeru­sa­lem. Die Stern­deu­ter fra­gen Hero­des, wo sie den neu­en König der Juden fin­den kön­nen. Hier wird deut­lich, wie poli­tisch die­se Bibel­ver­se sind: Es geht pri­mär nicht um die Geburt Chris­ti, son­dern um Macht und Macht­über­nah­me. Auch die For­mu­lie­rung der Stern­deu­ter, die in bibli­schen Über­set­zun­gen fälsch­lich oft auch als Hei­li­ge Drei Köni­ge über­setzt wer­den, „sie wol­len sich vor dem neu­en König nie­der­wer­fen“, beschreibt deut­lich, wel­che Ehrung Jesus gebüh­ren wird.

Ab Vers vier ist Hero­des aktiv auf der Suche nach dem Jesus­kind, dem Ret­ter, der nach Aus­sa­gen der Pries­ter und Geset­zes­leh­rer das Volk Juda ret­ten und beschüt­zen wird, so wie der Pro­phet es geschrie­ben hat. Hero­des bit­tet die Stern­deu­ter heim­lich zu sich und fragt sie aus, ob sie wis­sen, wo der Ret­ter gebo­ren wur­de. Hero­des beauf­tragt die Stern­deu­ter mit der Suche nach Jesus – er möch­te auch das Kind auf­su­chen und sich vor ihm nie­der­wer­fen, so sagt er. Auch hier, in den Ver­sen vier bis acht, ver­deut­licht die Bibel, wie nah Macht und Intri­gen mit­ein­an­der ver­wo­ben sind, was Men­schen bereit sind zu tun, um in eine Vor­macht­stel­lung zu gelan­gen. Die Stern­deu­ter füh­ren in die­sen Ver­sen den Wunsch Hero­des aus, sie las­sen sich täu­schen und zie­hen los, um das Kind zu suchen.

In die­sem Kapi­tel nimmt der Him­mel und die Stern­bil­der einen beson­de­ren Stel­len­wert ein, ganz beson­ders, der Stern, der die Stern­deu­ter zur Geburts­stät­te von Jesus lei­tet. Durch die Ster­nen­kon­stel­la­ti­on, die zur Geburt Chris­ti am Him­mel stand, sind His­to­ri­ker immer wie­der mit der Auf­ga­be befasst, die genau­en Geburts- und Ster­be­da­ten von Jesus zu ermit­teln. Dabei treibt der Wunsch nach der Veri­fi­zier­bar­keit der Per­son Jesus die Men­schen immer wie­der dazu an, Fak­ten­wis­sen um Jesus zu ermit­teln. Gera­de mit den unter­schied­li­chen Geschich­ten der Bibel, die alle eine eige­ne Sicht­wei­se und eine eige­ne Rea­li­tät ver­mit­teln wol­len, hat Mat­thä­us 2 sowie Lukas 2 einen über­ge­ord­ne­ten Hand­lungs­strang, der uns ver­mit­telt wer­den soll. Es geht nicht um die eine Wahr­heit, um Recht und Unrecht, oder um das Sam­meln von Fak­ten. Viel­mehr lässt sich aus der unter­schied­li­chen Bericht­erstat­tung um Jesu Geburt ein Kern­punkt ermit­teln: Es geht dar­um, ein Ver­ständ­nis dafür zu ent­wi­ckeln, dass Men­schen unter­schied­lich wahr­neh­men, Situa­tio­nen unter­schied­lich erfah­ren und bewer­ten, ihre eige­nen Sicht­wei­sen auf Sach­ver­hal­te und Din­ge haben und dass all die­se Rea­li­tä­ten in der Sum­me ihrer Aus­sa­gen uns dar­an erin­nern sol­len, in einen Dis­kurs mit unse­ren Mit­men­schen zu kom­men. Nicht im Sin­ne von Recht und Unrecht, son­dern im Sin­ne eines inte­gra­ti­ven Aus­tau­schens. Dem­nach kann die Geschich­te von Mat­thä­us zwei auch in einen eso­te­ri­schen Kon­text gebracht wer­den: Der Stern, der zu Jesus Geburts­stät­te führt, hat eine mys­ti­sche Bedeu­tung. Im Zeit­al­ter der Anti­ke war Astro­no­mie, die auch zur Astro­lo­gie ten­dier­te, vor allem in Meso­po­ta­mi­en ein Ver­such, sich die Welt zu erschlie­ßen und als wis­sen­schaft­li­che Dis­zi­plin galt und aner­kannt war. (more…)

21. Januar 2018

Gen 8-9

Semi­nar: Ein­füh­rung in die exege­ti­schen Metho­den und das wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten:
Die Urge­schich­te (Gen 1-11)
Dozent: Prof. Dr. Mar­tin Pött­ner
The­ma: Gen 8,1 – 9,17
Datum: 16.01.2018
Pro­to­kol­lan­tin: Nico­le Röh­rig

Das The­ma der heu­ti­gen Sit­zung sind ist Gene­sis 8,1 – 9,17 und die seman­ti­sche Deu­tung ihres Inhalts.
Nach einer kur­zen inhalt­li­chen Wie­der­ga­be wer­den die fol­gen­den Punk­te in der Grup­pe dis­ku­tiert.
Seman­tik der Pflan­zen und Tie­re in der Gene­sis 8 und 9
Das ers­te Sym­bol, das bereits zu Beginn der Text­stel­len anzu­tref­fen ist und zum The­ma der Dis­kus­si­on wird, sind die Pflan­zen. Waren sie noch mit der Flut unter­ge­gan­gen, wur­den die­se nicht zusam­men mit allen ande­ren Lebe­we­sen ver­nich­tet, son­dern sie wer­den viel­mehr zum Bin­de­glied zwi­schen Noah und dem Ende der Flut. Es ist letzt­end­lich eine Pflan­ze die auf neu­es Land hin­deu­tet. (Der Zweig im Schna­bel der Tau­be.) Die Pflan­zen sind, trotz ihrer ver­meint­li­chen Unschein­bar­keit, ein wesent­li­ches Ele­ment.
Das zwei­te Sym­bol, wel­ches von den Semi­nar­teil­neh­mern hin­ter­fragt wird, ist der Rabe bzw. die Tau­be, die in Gen 8,6-8,10 erwähnt wer­den. In einem kur­zen Exkurs, erklärt Herr Prof. Pött­ner die mytho­lo­gi­sche Bedeu­tung der bei­den Tie­re und ihre Affi­ni­tät zum Gött­li­chen. Beson­ders die Tau­be ist in der Bibel bei ent­schei­den­den Ereig­nis­sen anzu­tref­fen.
Der Dis­kus­si­on über die Bedeu­tung und Sym­bo­lik ein­zel­ner Ele­men­te, folgt die Fra­ge, wie es nun mit Noah und sei­ner Fami­lie nach der Sint­flut wei­ter­geht. Nach einer kur­zen Klä­rung der inhalt­li­chen Aspek­te, nach denen Noah und sei­ne Fami­lie nach ca. 150 Tagen an Land gehen und Gott ein Brand­op­fer dar­brin­gen, rückt nun das neue Ver­hält­nis von Gott zu den Men­schen in den Fokus der Semi­nar­teil­neh­mer.
Die Fehl­bar­keit Got­tes und der Aspekt der Reue
Neben der Sym­bo­lik der Tie­re und Pflan­zen wird ein wesent­li­ches und sich ste­tig wie­der­ho­len­des Ele­ment der Gene­sis von Prof. Pött­ner im Rah­men der Seman­tik auf­ge­grif­fen: das Ele­ment der Reue. Nach der Erschaf­fung des Men­schen reut es Gott die­sen in die Welt gebracht zu haben. Er erkennt das der Mensch Böses in sich trägt und schickt die Sint­flut um sei­nen Feh­ler zu berei­ni­gen. Hier zieht Herr Prof. Pött­ner noch ein­mal den Ver­gleich der letz­ten Semi­nar­sit­zung von Gott mit einem Künst­ler her­an, der sobald er mit sei­nem Werk nicht zufrie­den ist, aus einem Akt des Jäh­zorns sein Werk ver­nich­tet, um wie­der neu begin­nen zu kön­nen. In Gene­sis 8 stel­len wir fest, dass es Gott nun reut, die Mensch­heit ver­nich­tet zu haben. Eine Wand­lung im Ver­hal­ten Got­tes ist deut­lich. (more…)