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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


13. April 2019

Ein­füh­rung in die Her­me­neu­tik des Neu­en Tes­ta­ments I

§ 1: Hin­füh­rung zum Pro­blem

 

Ver­ehr­te Damen und Her­ren,

ich begrü­ße Sie in die­ser Vor­le­sung zu einer Ein­füh­rung in die Her­me­neu­tik des Neu­en  Neu­en Tes­ta­ments!

 

Inhalt

1 Pro­ömi­um
2 Über­blick
3 Das Pro­blem, das hin­ter der Her­me­neu­tik steht: die Fremd­heit der Zei­chen­ver­wen­dung ande­rer Men­schen
4 All­ge­mei­ne und spe­zi­el­le Her­me­neu­tik?

 

Wie Sie am  Inhalts­ver­zeich­nis sehen kön­nen, hat die heu­ti­ge Vor­le­sung vier Abschnit­te. Zunächst erläu­te­re ich im Pro­ömi­um bzw. der Vor­re­de skiz­zen­haft das­je­ni­ge, was ich vor­ha­be. Sodann gebe ich einen Über­blick über den geplan­ten Inhalt und bestimm­te for­ma­le Aspek­te die­ser Vor­le­sung. Wei­ter ver­su­che ich einen Anschluss­punkt für das her­me­neu­ti­sche Pro­blem im Neu­en Tes­ta­ment selbst zu fin­den, da in 1Kor 14 m. E. das zen­tra­le Pro­blem der Fremd­heit expli­zit erwähnt und mit der Metho­de der Über­set­zung ange­gan­gen wird.
Der letz­te Abschnitt the­ma­ti­siert das Pro­blem der all­ge­mei­nen und der spe­zi­el­len Her­me­neu­tik, wie es auch in Schlei­er­ma­chers Her­me­neu­tik und Kri­tik, 1977 (stw 211) for­mu­liert wird. (more…)

2. April 2019

Tod Got­tes und Wahr­heit, Joh 18,28ff – EfG Gries­heim

Lovis Corinth, Ecce homo, hier ist der Mensch! (1925)

 

Schrift­le­sung: Psalm 43,1-5

 

18,28 Sie brach­ten Jesus vom Ober­pries­ter Kaja­phas zum Prä­to­ri­um [der Resi­denz des Römi­schen Statt­hal­ters]. Es war früh am Mor­gen. Und sie gin­gen nicht in das Prä­to­ri­um hin­ein, um sich nicht zu ver­un­rei­ni­gen, damit sie das Pes­sach­mahl [bzw. Pas­sa­mahl] essen könn­ten. 29 Also kam Pila­tus zu ihnen her­aus und sag­te: »Wel­che Ankla­ge erhebt ihr gegen die­sen Men­schen?« 30 Sie ant­wor­te­ten und sag­ten zu ihm: »Wenn er nicht ein Ver­bre­cher wäre, hät­ten wir ihn dir nicht aus­ge­lie­fert.« 31 Da sag­te Pila­tus zu ihnen: »Nehmt ihr ihn und ver­ur­teilt ihn nach eurem Gesetz­buch!« Die Juden* sag­ten zu ihm: »Es ist uns nicht erlaubt, einen Men­schen hin­zu­rich­ten.« 32 Dies geschah, damit das Wort Jesu erfüllt wer­de, mit dem er ange­kün­digt hat­te, auf wel­che Wei­se er ster­ben soll­te. 33 Pila­tus ging wie­der hin­ein ins Prä­to­ri­um, rief Jesus und sag­te zu ihm: »Bist du der König des jüdi­schen Vol­kes?« 34 Jesus ant­wor­te­te: »Ist das dei­ne Mei­nung oder haben es dir ande­re über mich gesagt?« 35 Pila­tus ant­wor­te­te: »Bin ich etwa ein Jude? Ange­hö­ri­ge dei­nes Vol­kes und die Ober­pries­ter haben dich mir aus­ge­lie­fert. Was hast du getan?« 36 Jesus ant­wor­te­te: »Mein König­reich gehört nicht die­ser Welt an. Wenn mein König­reich die­ser Welt ange­hö­ren wür­de, wür­den mei­ne Leu­te kämp­fen, damit ich nicht der Jeru­sa­le­mer Stadt­herr­schaft 1 wer­de. Mein König­reich ist aber nicht von hier.« 37Da sag­te Pila­tus zu ihm: »Bist du also doch König?« Jesus ant­wor­te­te: »Du sagst, dass ich König bin. Ich bin dazu gebo­ren und in die Welt gekom­men, dass ich die Wahr­heit bezeu­ge. Alle, die der Wahr­heit ange­hö­ren, hören auf mei­ne Stim­me.« 38 Pila­tus frag­te ihn: »Was ist Wahr­heit?« Und als er dies gesagt hat­te, ging er wie­der hin­aus zu den Ver­tre­tern der Jeru­sa­le­mer Stadt­herr­schaft und sag­te ihnen: »Ich sehe kei­nen Grund, ihn zu ver­ur­tei­len. 39 Es ist aber Sit­te bei euch, dass ich euch zum Pes­sach­fest jemand frei­las­se. Wollt ihr nun, dass ich euch den König des jüdi­schen Vol­kes frei­las­se?« 40 Da schrien sie wie­der und sag­ten: »Nicht ihn, son­dern Bar­ab­bas.« Bar­ab­bas war ein Räu­ber. 19,1 Da nahm Pila­tus Jesus und ließ ihn aus­peit­schen. 2 Die Sol­da­ten floch­ten einen Kranz aus Dor­nen und set­zen ihn auf sei­nen Kopf. Sie zogen ihm ein Pur­pur­ge­wand an, 3 kamen zu ihm, sag­ten: »Sei gegrüßt, König von Isra­el!« und gaben ihm Ohr­fei­gen. 4 Pila­tus ging wie­der hin­aus und sag­te zu ihnen: »Hier brin­ge ich ihn zu euch hin­aus, damit ihr erkennt, dass ich kei­nen Grund sehe, ihn zu ver­ur­tei­len.« 5 Jesus kam her­aus und trug den Kranz aus Dor­nen und das Pur­pur­ge­wand. Und er sag­te zu ihnen: »Hier ist der Mensch!«2

Lie­be Gemein­de,

eine Sze­ne „anti­ker Grau­sam­keit“, wie Gerd Thei­ßen die Pas­si­on Jesu nennt. Der isla­mi­sche Staat, aber auch der rechts­ex­tre­me Ter­ro­rist in Neu­see­land ver­schaf­fen uns aktu­el­le Bei­spie­le sol­cher Grau­sam­keit. Wir kön­nen sie, falls wir das möch­ten, digi­tal wahr­neh­men, weil sie gefilmt und gestreamt wur­den. Unser Text ist eine Erzäh­lung, die wie alle Pas­si­ons­er­zäh­lun­gen der bibli­schen Evan­ge­li­en die Gewalt­sam­keit durch­aus dras­tisch und detail­liert dar­stellt. (more…)

  1. Ich über­set­ze den Aus­druck οἱ* Ἰουδαῖοι* (hoi Iou­daioi – die* Juden*) im Sin­ne des­sen, was gemeint ist. Es han­delt sich um eine rhe­to­ri­sche Figur, Meto­ny­mie bzw. pars pro toto, Teil für das Gan­ze bzw. umge­kehrt. Der Aus­druck „die Juden“ könn­te das Miss­ver­ständ­nis aus­lö­sen, als hät­ten alle Juden* o. Ä. Jesus getö­tet, was aber nicht der Sinn des Tex­tes ist. Seit Bult­manns Kom­men­tar 1941 m. E. klar.
  2. Vgl. BgS zur Stel­le!
11. März 2019

Tri­to­je­sa­ja (Jes 56-66)

I. Über­sicht

Pro­to-Jesa­ja: Jes 1-39 (740-701 v. d. Z.)

Deu­te­ro-Jesa­ja: Jes 40-55 (550-540)

Tri­to-Jesa­ja: Jes 56-66 (530)

Auch für die­sen drit­ten Buch­teil gilt, dass eine Grob­glie­de­rung kaum gege­ben wer­den kann, dass eher wich­ti­ge Ein­zel­tex­te und -the­men erle­sen wer­den müs­sen.

II. Ent­ste­hung

Der drit­te Teil des Jesa­ja-Buches ist eine Zusam­men­stel­lung von Tex­ten, die wohl auf meh­re­re Autoren zurück­ge­hen. Wahr­schein­lich sind sie eine Samm­lung von unter­schied­li­chen Ansät­zen zur Aus­le­gung des bis­he­ri­gen Buches Jesa­ja. Dabei ist umstrit­ten, ob die Wor­te jemals münd­lich vor­ge­tra­gen wur­den oder von vor­ne­her­ein als schrift­li­che Buch­tex­te ent­stan­den sind.

III. Inhalt

Einig­keit besteht bei aller Ver­schie­den­heit der Tex­te dar­in, dass die Wor­te das Ende des Exils und die Rück­kehr von Ver­bann­ten nach Isra­el vor­aus­set­zen. (more…)

9. März 2019

Pre­digt zum ers­ten Sonn­tag der Pas­si­ons­zeit (EfG Gries­heim): das Böse tun!

Schrift­le­sung: Psalm 91,1-6

Als Jesus dies gesagt hat­te, war er inner­lich auf­ge­wühlt und bezeug­te und sag­te: »Amen, amen, ich sage euch: Jemand von euch wird mich aus­lie­fern.« 22Die Jünger*innen blick­ten ein­an­der an und wuss­ten nicht, von wem er rede­te. 23Einer von ihnen lag an der Brust Jesu, ihn lieb­te Jesus. 24Diesem nick­te Simon Petrus zu, damit er Jesus fra­ge, von wem er spre­che. 25Jener lehn­te sich also zurück an Jesu Brust und frag­te ihn: »*Rab­bi, wer ist es?« 26Jesus ant­wor­te­te: »Es ist der, für den ich das Stück Brot ein­tun­ken und ihm geben wer­de.« Er nahm also das Stück Brot, tunk­te es ein und gab es Judas, dem Sohn von Simon Iska­ri­ot. 27Und dann, nach dem Stück Brot, ging der Satan in ihn ein. Also sag­te Jesus zu ihm: »Was du machen willst, das mache schnell!« 28Es ver­stand aber nie­mand von denen, die zu Tisch lagen, wes­halb er ihm dies sag­te. 29Einige mein­ten, dass Jesus, weil Judas die Kas­se führ­te, ihm sagen wür­de: »Kau­fe ein, was wir für das Fest brau­chen!« Oder dass er den Armen etwas geben soll­te. 30Nachdem Judas das Stück Brot bekom­men hat­te, ging er sofort hin­aus. Und es war Nacht. 31Als er hin­aus­ge­gan­gen war, sag­te Jesus: »Jetzt ist der Glanz des Men­schen­sohns auf­ge­strahlt und Got­tes Glanz strahl­te auf in ihm. 1

Lie­be Gemein­de,

am ers­ten Sonn­tag der Pas­si­ons­zeit hat die Fas­ten­zeit schon begon­nen – und vie­le Gemein­den begin­nen dar­auf zu ach­ten, was nicht so gut läuft oder gar schief läuft im Leben der Gemein­den oder ein­zel­ner Gemein­de­glie­der.
Die Fas­ten­ak­ti­on der Evan­ge­li­schen Kir­chen in Deutsch­land sieht sie­ben Wochen ohne Lügen vor. Auf Twit­ter sind nicht alle Theolog*innen davon begeis­tert. Eine Pfar­re­rin hält es für rich­tig aus Barm­her­zig­keit zu lügen, weil dadurch z. B. Beschä­mun­gen man­cher Men­schen ver­mie­den wer­den kön­nen. Wahr­schein­lich ist das eine Theo­lo­gie, die man­che mei­ner Kolleg*innen als „Gott-ist-lieb“-Theologie kri­ti­sie­ren. Zwei­fel­los hilft dies Kon­flik­te zu ver­mei­den. Ob das am Ende gut für alle ist, ist aber umstrit­ten. (more…)

  1. Vgl. BgS, zur Stel­le!
23. Februar 2019

Über­blick über die Her­me­neu­tik-Vor­le­sung im Som­mer­se­mes­ter

Abschnitt der Vor­le­sung und §:

I.  Pro­emi­um und his­to­ri­sche Expo­si­ti­on des Pro­blems

1: Hin­füh­rung zum Pro­blem (15.04)

Ostern

2: Die Ent­ste­hung der Schrift­re­li­gi­on im Juden­tum und ihre Bedeu­tung für das her­me­neu­ti­sche Pro­blem (29.04.)

II. Moder­ne

3: Das Modell Fried­rich Schlei­er­ma­chers in der „Kur­zen Dar­stel­lung“: „exege­ti­sche Theo­lo­gie“ und Her­me­neu­tik als Kunst­leh­re (06.05)
4: Das Pro­blem der im All­tag prä­sen­ten expe­ri­men­tel­len Metho­de in den Natur­wis­sen­schaf­ten und die Ent­my­tho­lo­gi­sie­rung: Rudolf Bult­mann (13.05.)
5: Die Not­wen­dig­keit, die Geschlech­ter­fra­ge zu berück­sich­ti­gen (Mag­da­le­ne F. Frett­löh) (20.05.)

III. Vor­schlag: Bild­lich­keit und Nar­ra­ti­vi­tät berück­sich­ti­gen

6: Die Fra­ge der Bild­lich­keit reli­giö­ser Rede und Zei­chen­kom­ple­xe (27.05.)
7: Die (mög­li­che) Extra­va­ganz reli­giö­ser Bil­der, Charles Peirce u. a. (03.06.)

Pfings­ten

8: Pro­blem­ge­schich­ten: Mar­kus, Pau­lus und Johan­nes (17.06.)
9: Dua­lis­ti­sche Erzähl­wei­sen: Mat­thä­us, Hebrä­er­brief und Apo­ka­lyp­se des Johan­nes – sowie  „Ver­schwö­rungs­my­then“ ([Micha­el Blu­me] 24.06.)
10: Erfolgs­ge­schich­ten: Luka­ni­sches Dop­pel­werk, Her­aus­ge­ber der „Prä­ka­no­ni­schen Edi­ti­on“ (01.07.)
11: Die Berg­pre­digt (08.07.)
12: Extra­va­ganz in Para­beln Jesu (παραβολαί [para­bo­lai]) (15.07.)

IV. Epi­log

13:  Abschluss­dis­kus­si­on (22.07.)

Die Vor­le­sung prä­sen­tiert mit­hin her­me­neu­ti­sche Model­le – und führt in ihren Voll­zug ein, sodass Sie sich ori­en­tie­ren kön­nen. Das habe ich in Mar­burg und Zürich so gelernt, Her­me­neu­tik ist prak­tisch und kon­kret. In Mar­burg durch den Geist Ernst Fuchs’, der durch Wolf­gang Har­nisch und Gerd Schu­n­ack prä­sent war, vor allem aber durch Fuchs’ bedeu­ten­den Ver­such, der „Mar­bur­ger Her­me­neu­tik“. In Zürich durch Hans Weder, der eben­falls durch Fuchs und des­sen Schü­ler Eber­hard Jün­gel beein­flusst war. Dadurch wer­den Model­le stets an Tex­ten erprobt – und Sie kön­nen einen eige­nen Ein­druck gewin­nen, was die­se zu leis­ten ver­mö­gen. Neben­bei the­ma­ti­siert die­se Vor­le­sung daher das gesam­te Neue Tes­ta­ment.

Ich beschrän­ke die detail­liert erör­ter­ten moder­nen Posi­tio­nen exem­pla­risch auf die­je­ni­gen Fried­rich Schlei­er­ma­chers, Rudolf Bult­manns und der femi­nis­ti­schen Posi­ti­on Mag­da­le­ne Frett­löhs. M. E. sind damit alle Pro­ble­me zu bear­bei­ten. Ich unter­stel­le mit­hin, dass die Rede von Post- oder Spät­mo­der­ne wenig sach­hal­tig ist.

Zwei Punk­te sind für die Vor­le­sung wich­tig:

1. M. E. ist „Reli­gi­on“ nicht unver­nünf­tig. Daher erör­ter­te ich expli­zit Fra­gen der dua­lis­ti­schen Erzähl­mus­ter, die häu­fig mit Kon­tra­dik­tio­nen und logi­schen Wider­sprü­chen arbei­ten. All­ge­mein gehört zur Ver­nunft, dass wir uns nar­ra­tiv selbst ver­stän­di­gen. Und wir dür­fen das auch bild­lich tun.
2. Für das Chris­ten­tum gilt, dass unter­stellt wird, wir stün­den stän­dig in der Gefahr, uns reli­gi­ös zu ver­feh­len, mit­hin zu sün­di­gen o. Ä. Daher ver­tre­ten vie­le neu­tes­ta­ment­li­che Tex­te wie im Juden­tum die Idee einer Lebens­wen­de, den­ken Sie exem­pla­risch an die Para­bel von den „ver­lo­re­nen Söh­nen“ in Lk 15. M. E. reagie­ren eini­ge Tex­te im Neu­en Tes­ta­ment dar­auf – und bil­den „extra­va­gan­te Mus­ter“ aus, all­täg­lich Gewohn­tes wird zitiert, ver­frem­det und poe­tisch-rhe­to­risch wei­ter­ge­führt.

All­ge­mein gilt, dass z. B. gemes­sen an Aris­to­te­les Gefüh­le, Lei­den­schaf­ten, Argu­men­ta­tio­nen, Erzäh­lun­gen u. a. m. für Men­schen typisch sind. Wir ver­su­chen in der Vor­le­sung her­me­neu­tisch zu erar­bei­ten, wo die Gren­ze „vernünftig“/ „unver­nün­tig“ gezo­gen wer­den kann bzw. wo das erfor­der­lich sein könn­te.

6. Februar 2019

Gen 11,1-8

 

The­ma war Gen 11,1-8, der Turm­bau zu Babel. Der „Herr“ ist auch dafür zustän­dig.
Idee einer ursprüng­li­chen Ein­heits­spra­che, die ver­wirrt wird, um die tech­ni­sche Macht der Men­schen zu erschwe­ren. Im Semi­nar wur­de fest­ge­stellt, das es sich nur um die­ses han­delt.
Tat­säch­lich fun­giert der Turm als Ein­heits- bzw. Zen­tra­li­sie­rungs­sym­bol, wes­halb der wich­tigs­te Gegen­satz die Zer­streu­ung ist. Zu den Zik­ku­rat. Sie wur­den wahr­schein­lich zur astro­no­mi­schen Gestirn­be­ob­ach­tung genutzt und daher konn­ten schon im 7. Jhdt. v. d. Z. Mond­fins­ter­nis­se vor­aus­ge­sagt wer­den.
Auch das Pfingst­wun­der in Act 2 ändert an der Dif­fe­renz der Spra­chen nichts, es ist ein Über­set­zungs­wun­der.
Das Semi­nar dis­ku­tier­te aus­führ­lich die EU und den Bre­x­it.

Mk 7,24ff

 

The­ma war mein Vor­trag, der im Netz steht. Dazu Dis­kus­si­on von Mk 7,24ff. Es ist auf­fäl­lig, dass es eine Frau ist, die als ein­zi­ge ein Streit­ge­spräch gegen Jesus gewinnt.

2. Februar 2019

Joh 1,1-3, Zusam­men­fas­sung vom 22.01.

 

 

 

 … ἐν ἀρχῇ — The­ma war Joh,1-3, um in Bezug auf Gott bestimm­te Rede­wei­sen zu über­prü­fen. Joh 1,1 gehört zu den wich­tigs­ten Tex­ten, die sich auf en arche, am/im Anfang bezie­hen: Gen 1,1LXX, Prov 8,23LXX und Joh 1,1. Wir sahen uns die Inter­pre­ta­ti­on von Gen 1,1 in Prov 8,22ff an, da spielt der Herr (JHWH) mit der Weis­heit, sei­nem Lieb­ling, einer weib­li­chen Figur. Sie gibt dann der Schöp­fung, die der Herr voll­zieht, einen wei­sen Sinn. Die Weis­heit ist als per­so­na­le weib­li­che Figur bei der Schöp­fung dabei. (more…)

31. Januar 2019

Frau­en in Funk­ti­ons­po­si­tio­nen im Neu­en Tes­ta­ment: kir­chen­lei­ten­des Han­deln


 

 

 

Ich begin­ne mit einer her­me­neu­ti­schen Vor­re­de (I) und erläu­te­re dann eini­ge Punk­te, die sich auf­grund neu­tes­ta­ment­li­chen Tex­te erge­ben (II).

I. Her­me­neu­ti­sche Vor­re­de zu Funk­tio­nen von Gemein­den im Neu­en Tes­ta­ment

Ich hal­te die alte Dis­kus­si­on über kirch­li­ches Amt vs. Cha­ris­men (Gna­den­ga­ben [z. B. 1Kor 12-14]) für obso­let. Für das Ein­neh­men von Funk­ti­ons­po­si­tio­nen wird im Chris­ten­tum stets der hei­li­ge Geist ver­ant­wort­lich gemacht, sodass viel­leicht ein Gegen­satz von spon­ta­ne­ren Über­nah­men von Funk­ti­ons­po­si­tio­nen oder sta­bi­le­ren, qua­si recht­lich geord­ne­ten Funk­ti­ons­po­si­tio­nen allen­falls erwo­gen wer­den kann. Das ist am Anfang des Chris­ten­tums nicht über­ra­schend.
Ich schlie­ße mich hier der Begriff­lich­keit Schlei­er­ma­chers in der Kur­zen Dar­stel­lung des theo­lo­gi­schen Stu­di­ums, 1811ff, an, der von kir­chen­lei­ten­dem Han­deln spricht, wenn eine Per­son über­wie­gend auf ande­re ein­wirkt, das ist aber für vie­le Christ*innen mög­lich, die selbst reli­gi­ös affi­ziert und zugleich bil­dungs­mä­ßig sen­si­bel sind, um Dif­fe­ren­zen in der jewei­li­gen Gemein­de wahr­zu­neh­men – und för­dernd zu bear­bei­ten. (more…)

28. Januar 2019

Gen 10: Völ­ker­ta­fel

Völ­ker­ta­fel wibilex

 

Wir befass­ten uns mit Gen 10, der soge­nann­ten Völ­ker­ta­fel. Eine Erläu­te­rung mit gra­fi­schen Dar­stel­lun­gen befin­det sich hier.

Für uns war wich­tig her­aus­zu­fin­den, wel­che prag­ma­ti­sche Funk­ti­on der Text, der die von Noah und sei­nen Söh­nen abstam­men­de Mensch­heit genea­lo­gisch dar­stellt, hat. Zu Hil­fe kam uns die Notiz über den Nim­rod, der ein gro­ßer Jäger vor dem „Herrn“ gewe­sen sei (Gen 10,8ff). Er kam aus Äthio­pi­en, leb­te dann aber in Meso­po­ta­mi­en, Babel. D. h., der „Herr“ ist auch Gott in Baby­lon – und Juden*, die den Text lesen, ver­ste­hen, dass der Gott Isra­els auch der Gott ande­rer Völ­ker ist, mit denen der Noah­bund geschlos­sen ist.
Die Poin­te ist, dass aber nicht nur Meso­po­ta­mi­en und Ägyp­ten erwähnt sind, son­dern auch die grie­chi­schen Inseln, was zur Datie­rung an das 5. bis 3. Jhdt. v. d. Z. den­ken lässt.

Die Got­tes­kon­zep­ti­on ist mono­the­is­tisch, der „Herr“ ist der ein­zi­ge Gott. Und was das heißt, ver­sucht die Tafel zu zei­gen.