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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegt die Weisheit verborgen …


6. März 2010

Texte zur ersten Sitzung Vhs Neckargemünd

Peter Ulrich

Der Weg zu einem … umfassenden Ethikprogramm ist als ein firmenspezifischer, nach Grundsätzen der Organisationsentwicklung zu gehender Lernprozess zu verstehen. Lohnt es sich, diesen anspruchsvollen Weg zu gehen? Die Antwort hängt letztlich davon ab, in welcher Art von Unternehmen die Beteiligten tätig sein wollen. Der skizzierte Weg ist der richtige, wenn sich eine Firma konsequent als ein guter Corporate Citizen verstehen und profilieren will, d. h. als ein „guter Bürger“, der sich durch seine integre und wahrhaft „wertschaffende“ Geschäftstätigkeit seinen wirtschaftliche Erfolg und sein öffentliches Ansehen am Ende verdient hat. (Integrative Wirtschaftsethik, 2000, 462)

Charles Peirce

Bedenken Sie, welche Wirkungen, die denkbarerweise praktische Relevanz haben könnten, wir dem Gegenstand unserer Konzeption zuschreiben. Folglich besteht die Konzeption dieser Wirkungen aus dem Ganzen unserer Konzeption des Gegenstands! (How to make our ideas clear, 1878)

Alfred Russel Wallace

Der große Luftozean, der uns umgibt, hat die wunderbare Eigenschaft, die Wärmestrahlen der Sonne durchzulassen, ohne selbst von ihnen erwärmt zu werden; aber wenn die Erde aufgeheizt wird, erwärmt sich auch die Luft durch den Kontakt mit ihr und auch in erheblichem Maß durch die Hitze, die die warme Erde abstrahlt, denn reine, trockene Luft lässt die dunklen Wärmestrahlen zwar ungehindert passieren, aber der Wasserdampf und die Kohlensäure [CO2] in der Luft fangen sie ein und absorbieren sie. (Des Menschen Stellung im Weltall, 1903)

Karl Hohmann

Der Wettbewerb scheint Humanität und Solidarität, kurz: Moral, im Handlungsvollzug moderner Marktwirtschaften unmöglich zu machen, weil sie systematisch ausbeutbar wird; andererseits sorgt er aber für einen breiten Massenwohlstand, auf den niemand verzichten will und der durchaus eine moralische Qualität hat, weil er vielen Menschen ein sinnvolles Leben ohne schlimme Not ermöglicht. Die etwas unbescheidene Frage ist: Können wir nicht beides zugleich haben, Wettbewerb oder Moral? Oder präziser formuliert: Ist es nicht möglich, den Wettbewerb in den Dienst moralischer Intentionen, in den Dienst der Solidarität aller Menschen zu stellen? Die Antwort, die eine moderne Wirtschaftsethik mit und im Anschluss an Adam Smith bereithält, lautet: Ja, man kann! (Karl Hohmann/Christoph Lütge, Einführung in die Wirtschaftsethik, Münster 2005)

Fragen

(1) Bestimmen Sie jeweils, von welchem Thema die vier Autoren sprechen!

(2) Sprechen die Autoren über dasselbe oder auch nur über das Gleiche?

(3) Was hat das aus Ihrer Sicht mit “Wirtschaft” zu tun?

(4) Was hat es aus Ihrer Sicht mit “Ethik” zu tun?