18. Januar 2012
Ich habe seit Juli gelegentlich an dieser Stelle über mich selbst geschrieben und meine Leser/innen und Kund/innen über meinen Werdegang nach meinem Schlaganfall am 11.04.2011 informiert. Dies war ein deutlicher Einschnitt in meinem Leben, ich habe wie ein Kleinkind erst Krabbeln und dann ganz langsam Laufen gelernt. Neben der Begleitung in der Kopfklinik und den Schmieder-Kliniken (Heidelberg) habe ich schon bald versucht, Kontakt zu Osteopath/inn/en zu suchen. Zum Einen, weil ich in der Fertigstellung der Übersetzung von Margaret Sorrels Buch über Charlotte Weaver durch den Schlaganfall unterbrochen wurde. Hier traf ich auf großes Entgegenkommen. Da meine Genesung noch fortdauert, wird die Fertigstellung bis Ende Februar andauern – aber das Ende ist in Sicht. Zum Anderen, weil ich aufgrund meiner Beschäftigung vor allem mit Still und Littlejohn durchaus zu den Kennern der „klassischen Osteopathie“ zähle, erhoffte ich mir von Osteopathenseite wesentliche Unterstützung beim Rehabilitations- und Genesungsprozess. Denn die recht verstandene Osteopathie ist eine (auch pragmatistisch inspirierte) Theorie der Nervensysteme, welche diese zu beeinflussen unternimmt. Diese Hoffnung hat nicht getrogen, drei Behandlungen führten zu Anstößen für teils dramatische Verbesserungen. Sodass ich jetzt begründet hoffen kann, dass ich im Frühsommer 2012 wieder zu einem Menschen werde, der jenem stark ähnelt, welcher glaubte, im März 2011 am bisherigen Höhepunkt seines Lebens angekommen zu sein. Dies wurde am 11.04.2011 als wahrscheinliche Illusion entlarvt, zumal mir am Abend dieses Tages in der Kopfklinik deutlich wurde, dass meine Frau sich mit hoher Wahrscheinlichkeit scheiden lassen werde. Diese Abduktion traf zu, obgleich ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben habe.
Das führte im November 2011 zu einer starken Identitätskrise, die bis Mitte Januar anhielt. Seit einigen Tagen hat sich aber meine Wahrnehmung aufgehellt. Teilweise habe ich wieder ein normales Körpergefühl. Die Zeiten als disembodied spirit scheinen der Vergangenheit anzugehören. Mein Tageslauf ist mir wieder zugänglich, ich kehre zu selbstbestimmten Formen des Lebens zurück. Aber es hat erheblich länger gedauert, als ich im Mai/Juni 2011 selbst erwartet hatte.
Am 11. März 2011 wurde auch für weniger ambitioniert denkende Menschen deutlich, dass diejenigen seit Peirce und Russel Wallace, welche auf die möglicherweise desaströsen Rückkopplungsprozesse des technisch-wirtschaftlich-wissenschaftlichen Komplexes verwiesen hatten, im Recht waren. Wie Peirce wohl spätestens 1904 gezeigt hat, ist die Ethik der Logik wissenschaftssystematisch vorzuordnen. Dieser Gedanke beruht u. a. auf Ideen des „Amerikanischen Transzendentalismus“, welcher die amerikanische Romantik darstellt. Und ohne diese ist auch die Osteopathie Stills nicht möglich gewesen. Ich werde diesen Zusammenhang hier Mitte Februar ausführlich darstellen. Mithin wird sich zeigen, warum Philosophie der Osteopathie so wichtig ist – und heute wieder Zukunft hat.
15. Januar 2012
1. Erinnerung an den letzten Kurs (27.02.)
2. Die Entstehung des Begriffs der Ethik bei Aristoteles (05.03.)
3. Moral – Ethik; Güter, Tugenden und Pflichten (Begriffsfestlegungen) (12.03.)
4. Autonome Ethik (Kant) (19.03.)
5. Prozess-Ethik (F. D. E. Schleiermacher) (26.03.)
6. Diskurs-Ethik (Peirce u. a.) (02.04.)
7. Utilitaristische Ethik (16.04.)
8. Prinzip Verantwortung – Zukunftsethik (23.04.)
9. Medizinethik – Public-Health-Ethik (30.04.)
10. Abschlussdiskussion (14.05.)
31. Dezember 2011
Zum Jahresabschluss veröffentliche ich hier eine Predigt in der EfG Griesheim, einer Gemeinde, von der ich in diesem für mich nicht ganz leichten Jahr Unterstützung erfahren habe. Ich möchte dies auch zum Anlass nehmen, meinen Leser/inne/n zu danken, die sich so engagiert und interessiert gezeigt haben. Im nächsten Jahr geht es inhaltlich weiter – und ich habe mir vorgenommen, das Niveau dieses Blogs nicht abzusenken. Ich werde mithin hier philosophische und wissenschaftliche Aufsätze veröffentlichen, die ein breiteres Publikum ansprechen. Ende Februar beginne ich mit einem Aufsatz zur „Philosophie der Osteopathie“, in der ich meine „Alleinstellung“ in der Durchdringung der Literatur der klassischen Osteopathie nutze. Aber es geht auch darum, dieser Medizinform persönlichen Dank abzustatten. Dass ich aus dem Dämmerzustand, der mich nach meinem Schlaganfall vom 11. April 2011 erfasst hatte, wieder in eine gewöhnliche Helligkeit zurückgekehrt bin, geht nach meinem Eindruck auf Behandlungen zurück, die ich seit Mitte Juli erhalten habe. Mit diesem Aufsatz führe ich im Blog die Gewohnheit neu ein, dass einzelne Beiträge zwischen drei und fünf Euro kosten (PayPal). Da uns die hoch verehrte Piratenpartei bislang kein angemessenes Angebot unterbreitet hat, wie die Zurverfügungstellung qualitativ hochwertiger Informationen und Bildungsdienstleistungen entgolten werden soll, habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen – und hoffe auf Ihre Nachsicht, besser noch: auf Ihr Einverständnis.
Und hier ist meine Predigt zum vierten Advent 2011.
Liebe Gemeinde,
Der heutige Text zum vierten Advent 2011 steht im zweiten Korintherbrief, in den VV. 18-22 des ersten Kapitels. (weiterlesen…)
9. August 2011
Da viele Menschen Anteil an meinem Gesundungsprozess nehmen – was ich sehr schön und berührend finde – schreibe ich heute diesen kleinen Artikel bzw. Blogbeitrag. Ich war am Freitagvormittag bei meiner Ärztin Sabine Koschorreck in Handschuhsheim und habe mit ihr einen Fahrplan zur Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess als Bildungsdienstleister, Übersetzer und außerordentlicher Professor in Heidelberg und Darmstadt vereinbart.
- Hauptregel muss sein, dass ich die Zeit habe, um bewusst dasjenige zu tun, was ich tue. Der Grund besteht darin, dass entsprechende Umorientierungsprozesse im Gehirn bzw. im Zentralen Nervensystem gezielter beeinflusst werden können. Das gilt für das Gehen, aber auch für meine Beeinträchtigungen an der rechten Hand. Beides ist – Gott sei Dank! – schon erheblich besser geworden. Das Gleiche gilt auch für meine Orientierungsschwäche, auch diese ist geringer geworden.
- D. h.: Der Wiedereingliederungsprozess beginnt am 28.09.2011. Das ist bei einem Selbstständigen zu verantworten, weil ich Arbeits- und Ruhephasen leichter selbst bestimmen kann. Von drei täglichen Arbeitsstunden wird dies in ungefähr vierwöchigen Schritten auf acht Stunden erhöht, sodass ich am 24.10.2011 einen Normtag erreiche. Mehr als fünf solcher Normtage pro Woche sind für mich vorerst nicht denkbar.
- Den Philosophiekurs Heidelberg bitte ich für September um Terminvorschläge. Dabei wäre es gut, wenn die Termine bis Weihnachten bei mir im Büro stattfinden könnten.
- Insgesamt fehlt mir noch nicht der Glaube daran, dass meine Ehe ihr Haltbarkeitsdatum nicht überschritten hat.
6. Juli 2011
Verehrte Damen und Herren, philosophisch und ethisch Interessierte,
ich möchte nach meiner Rückkehr aus den Schmieder-Kliniken-(http://www.google.de/search?q=schmieder+kliniken&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a)Heidelberg folgende Mitteilung machen:
Am 11.04. hatte sich während eines Seminars im Ökumene-Institut ein Ereignis eingestellt, mit dem ich so nicht gerechnet hatte. Dies hatte zur Folge, dass ich zwei Wochen in die “Kopf-Klinik” musste, woran sich eine zweieinhalbmonatige Rehabilitationsphase in einem “Zauberberg” namens Schmieder-Klinik anschloss, die ich zunächst im Rollstuhl verbrachte. In den letzten sechs Wochen habe ich allmählich wieder laufen gelernt, wobei ich einen ähnlichen Prozess durchlief wie es bei meinen Kindern ungefähr im Alter von neun bis 13 Monaten der Fall war. Ich hatte keine halbseitige Lähmung, sondern am rechten Bein und am rechten Arm eine Ataxie. Beides wurde durch die Rehabilitation “ganzheitlich” erfreulich abgemildert.
Ich bedanke mich für alle Zeichen der Solidarität bei Ihnen. Im Juli fange ich an, mich in der Alltagsrealität wieder zu orientieren, die auf dem “Zauberberg” absichtsvoll ausgeblendet war. Im August fange ich mit kleinen Schritten an, stufenweise wieder zu arbeiten und hoffe, im Oktober wieder einen gewöhnlichen Arbeitstag durchstehen zu können.
Ab heute bin ich wieder erreichbar.
5. März 2011
Aristoteles hat mit den Stoikern, deren Philosophie noch in seiner Zeit begann, die Grundlage für den abendländischen Diskurs über den „freien Willen“ gelegt. Wir sahen in der ersten Sitzung zum Thema vom 28.02., dass die Rätsel ziemlich überschaubar sind. Es lässt sich relativ leicht feststellen, dass die Probleme des „freien Willens“ dann auftreten, wenn der Widerstand zu groß scheint, den wir überwinden müssen. Denn „Wille“ ist dadurch bestimmt, dass jemand etwas will, was prinzipiell in der Zukunft liegt. Das kann rein instinktgesteuert sein, wie Hunger und Sex, aber auch ein Ziel betreffen, das wir erreichen möchten. Weder instinktgesteuerte noch gewählte Ziele unseres Wollens können ohne Hindernisse oder Widerstände erreicht werden. (weiterlesen…)
27. Dezember 2010

Die Zeit ist ein Bettler http://static2.kleinezeitung.at/system/galleries_520x335/upload/7/3/2/2125274/fe_bettler726apa080909.jpg
Liebe Leser/innen,
ich danke Ihnen für Ihre Besuchsfreude vor allem in der zweiten Hälfte des Jahres 2010! Sie stießen dabei durchaus an die 500 Besuche pro Tag und gelegentlich überschritten Sie diese Marge sogar.
Ich habe festgestellt, dass ein großer Teil der Lesenden aus dem angelsächsischen Bereich kommt, daher werde ich im neuen Jahr jedem Artikel eine kurze Zusammenfassung in amerikanischem Englisch nachstellen!
I found a great deal of readers are coming from the anglo-saxon world. Therefore, from the next year some articles will have an abstract in American English!
Happy new year – gutes Neues Jahr!
6. Dezember 2010
Die Debatte geht in eine problematische Richtung. Natürlich ist die US-Regierung sehr unglücklich darüber, dass ihre z. T. geheimdienstlichen Praktiken deutlich offen gelegt werden. Die cables der embassy Berlin sind besonders peinlich, weil sie teilweise zeigen, dass die USA in der deutschen Hauptstadt den einen oder anderen inoffiziellen Mitarbeiter hat, der teilweise sogar Ministerrang einnimmt – und sich gerne brüstet.
Dies war nur möglich, weil es jemanden oder einige gegeben hat, die persönlich mit bestimmten Sachverhalten und Handlungsweisen nicht einverstanden waren.
Wikileaks und Nachfolgeunternehmen sind notwendig, um den Bürger/inne/n klare Einblicke in dasjenige zu erlauben, was ihre Regierung oder auch bestimmte Unternehmen jenseits der Public relation so tun.
Ob der jetzige “Chef” Assange nun straffällig geworden ist, muss die Justiz erweisen. Er kann sich sicherlich einen Anwalt wie Kachelmann leisten.
Worauf es ankommt, sieht man über den Serverzugang: http://46.59.1.2/ .
31. März 2010
Auf freundlichen Hinweis von Herrn Dethlefsen weise ich auf folgende Sendung hin: http://www.swr.de/swr2/service/audio-on-demand/-/id=661264/did=6193514/pv=mplayer/vv=popup/nid=661264/138kt87/index.html . Es geht um die Sendung “Wie unfrei macht uns der freie Markt?” um 17.05 bis 17.50. Sie können sich über den Link die Sendung anhören.
14. Februar 2010
Themen von Wirtschaft und Ethik, VHS Neckargemünd
(1) Kennenlernen, Plan, vier grundlegende Texte (Charles Peirce, Alfred Russel Wallace, Karl Homann, Peter Ulrich) – 15.03.2010
(2) Adam Smith und Friedrich von Hayek – 29.03.2010
(3) Karl Marx – 12.04.2010
(4) Nikolai Kondratjew – 19.04.2010
(5) John Maynard Keynes – 26.04.2010
(6) Kritikpunkt: Alfred Russel Wallace und Hans-Christoph Binswanger – 03.05.2010
(7) Karl Homann – 10.05.2010
(8) Die St. Galler Schule, Ulrich, Ruegg-Sturm I – 17.05.2010
(9) Die St. Galler Schule, Ulrich, Ruegg-Sturm II – 31.05.2010
(10) Abschluss – 07.06.2010
Die Texte, die ich verfasse, stehen Ihnen stets eine Woche vor jeder Sitzung hier im Blog zur Verfügung. Empfehlenswert zur begleitenden und vertiefenden Lektüre sind Peter Ulrich, Integrative Wirtschaftsethik, 2000 und mehrere neue Auflagen; Karl-Heinz Brodbeck, Die Herrschaft des Geldes, 2009.
In jeder Sitzung bitte ich Sie in den letzten fünf Minuten, die Sitzung mittels eines Fragebogens zu bewerten.

- Grafik 1: Ruegg-Stürm 2003, 22 Abb. 2
Wegen beruflicher Belastungen müssen die angekündigten philosophischen Vorträge im März 2010 entfallen.
Neue Termine:
08. Mai 2010 – Grundzüge von Thomas Fuchs, Ort: Sandgasse 13, 69207 Sandhausen, 14.30 bis 19 Uhr, einschließlich kleinem geselligen Beisammensein. Kosten: 15 € pro Person.
12. Juni 2010 – Grundzüge von Jesper Hoffmeyers biosemiotischen Ansatz, alles andere wie am 08. Mai 2010