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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegt die Weisheit verborgen …


22. Dezember 2010

Predigt zum vierten Advent (EfG Griesheim)

Maria und Elisabet (http://www.anne-worbes.de/index.html)

„Der Lobgesang der Maria“ – so wird der Text der Predigt zum diesjährigen vierten Advent gewöhnlich überschrieben, liebe Gemeinde. Nach seinem Anfang in der lateinischen Bibel ist er auch als Magnifikat bekannt. Er ist immer wieder musikalisch dargestellt worden, ich selbst verehre in jüngerer Zeit die Vertonung durch die Chormusik des estnischen Komponisten Arvo Pärt. (weiterlesen…)

15. Dezember 2010

Kritik der Zukunft (Vhs Neckargemünd)

… who is society? There is no such thing! There are individual men and women and there are families and no government can do anything except through people and people look to themselves first. It is our duty to look after ourselves and then also to help look after our neighbour and life is a reciprocal business and people have got the entitlements too much in mind without the obligations …

http://www.margaretthatcher.org/document/106689 (weiterlesen…)

9. Dezember 2010

Zinsen?

Der Eindruck im Kurs war wohl recht allgemein, dass Brodbeck in 5.3.3 und 5.3.4 seine These, der Ausdruck des Geldsubjekts sei die mathematisierte Buchhaltung bzw. buchhalterische Mathematik deutlich überzieht. Gelegentlich wurde vermutet, er schade sich und seinem Buch mit dieser extremen These. Zweifel gab es auch bei einigen Teilnehmer/inn/en, ob tatsächlich alles auf die

Geldgier zurückführbar sei bzw. die Gesellschaft und das bekannte individuelle Leben tatsächlich derart stark von ihr dominiert sei, wie es Brodbeck unterstelle.

5.3.5 und 5.3.6 zeigen nun, wie trotz der traditionellen religiösen Kritik in Judentum, Christentum und Islam letztendlich doch der Kapitalismus mit Zinswirtschaft dominierte. Brodbeck übersieht eigentlich nur, dass schon Hillel der Ältere faktisch eine Entscheidung traf, die den Zins für Handelsunternehmungen erlaubte – wogegen sich wohl Jesus von Nazaret gewendet hat (vgl. auch http://alltagundphilosophie.com/2010/11/25/geldgier-3-wo-kommt-das-geld-her-was-ist-geld/#more-1945). (weiterlesen…)

25. November 2010

1Kor 11,17ff (TUD)

1Kor 11,17ff führt in die Probleme sozialer Schichtung in frühen Gemeinden im Christentum ein. (weiterlesen…)

18. November 2010

Geldgier 2, die Einsheit – Karl-Heinz Brodbeck

Baruch de Spinoza

Nach meiner Wahrnehmung schwankt die Bewertung einiger Teilnehmer/innen des Kurses eher. Es gibt grundsätzliche Zustimmung – aber sind alle Cartesianer? Ist das Buch nicht z. T. etwas weitschweifig? Macht es sich Brodbeck beispielsweise nicht mit „Hegels ‚List der Vernunft‘ nicht zu einfach?“ Ist Brodbeck zu seinen Ungunsten nicht zu polemisch? Vereinfacht Brodbeck mit der Konzentration auf die „Geldrechnung“ als primärer Sozialisationspraxis nicht zu stark? Was ist mit der Sprache? (weiterlesen…)

12. November 2010

Geldgier 1 – die Hauptleidenschaft bei Karl-Heinz Brodbeck

Uni Zürich, Prof. Dr. Ernst Fehr, Geldgier

Kapitel 5.1, aber auch das gesamte Kapitel 5 unterstellen, dass die Menschen global im Wesentlichen, wenn auch mit Intensitätsunterschieden, durch dieselbe Leidenschaft bestimmt sind, es handelt sich um die Geldgier. Diese wird durch den sozialen Kontakt mit der „Geldrechnung“, mithin mittels einer konkreten Lebenspraxis bestimmt. Es handelt sich also nicht einfach um eine anthropologische Grundkonstante, sondern diese Leidenschaft und ihre hohe Stellung unter allen Leidenschaften wird durch gesellschaftliche Gewöhnung erzeugt. Sie prägt immer stärker unsere Verhältnisse, die Brodbeck als „Ich-Du-Es-Beziehungen“ charakterisiert. (weiterlesen…)

10. November 2010

Armut und Reichtum im NT III (TUD) – die Seligpreisung der „Armen“ (ptochoi)

(Kirchenfenster in Trittenheim an der Mosel, St. Clemens)

In Mt 5,3 werden die „Armen im Geiste“ (ptochoi en pneumati) nicht direkt angesprochen, während die Seligpreisung in Lk 6,20 eine direkte Anrede an die „Armen“ darstellt. Lk 6,24 bietet eine parallele Verfluchung bzw. einen realistischen Weheruf für die Reichen. Diese hätten ihren „Trost“ (paraklesis) schon. Bei Mt scheint das „Glück“ im Wesentlichen zukünftig im Eschaton des „Reichs der Himmel“ zu sein, während den Reichen (plousioi) die ewige Verdammnis zugedacht erscheint. (weiterlesen…)

3. November 2010

Descartes und die Moderne – ein Versuch von Karl-Heinz Brodbeck

Brodbeck zufolge hat das cartesische Denken nicht zuletzt die Wirtschaftswissenschaften geprägt, er zeigt das nachvollziehbar an Adam Smith und Friedrich A. von Hayek. Ebenso versucht er nachzuweisen, dass man die Pointen der Wissenschaftsphilosophie Karl Poppers und dessen Ethik des (piecemeal) social engeneering besser verstehe, sofern man ihren cartesischen Hintergrund kenne. Nun war Popper mit von Hayek in der Mont Pèlerin Society verbunden, insofern ist das auch im engeren Sinn wirtschaftswissenschaftlich und politisch interessant. Darüber hinaus aber unterstellt Brodbeck, dass Descartes mit seiner Unterscheidung von res extensa (ausgedehnter Substanz) und res cogitans (denkender Substanz) weitgehend „die Moderne“ geprägt habe, sodass man diesem Denkstil praktisch und theoretisch schwerlich entkomme. (weiterlesen…)

Markus 14,3-9 – Die Frau, deren Handeln stets erinnert werden soll

Nach Mk 13,9 soll das Handeln jener Frau, die Jesus vor seinem Tod im Voraus zum Begräbnis salbte, stets erinnert werden, sofern das Evangelium in der gesamten Welt verkündigt wird. Die Frau und ihre Handlung gehören sozusagen zum Evangelium hinzu. Diese Handlung ist freilich in der Erzählung ganz klar an den Kode Armut vs. Reichtum gebunden. Sie salbt Jesus für 300 Denare (römische Silbermünze), mindestens ein Jahr Lebensunterhalt für einen Menschen, sicher wenigstens 100 Schafe als Gegenwert. Daher sagen einige der Anwesenden, dass es besser gewesen wäre, das Salböl samt Gefäß zu verkaufen – und es den ganz Armen (ptochoi), nach der Bibel in gerechter Sprache, den Bettelarmen zu geben. Doch Jesus rechtfertigt das Handeln der Frau und teilt mit, dass es nach seinem Tod genug Arme in diesem Sinne gäbe, denen könnten sie auch stets etwas geben. (weiterlesen…)

20. August 2010

Die Ökonomisch-Philosophischen Manuskripte des jungen Karl Marx

Dieser Kurs des Philosophiekreises Heidelberg befasst sich mit der frühen Philosophie von Karl Marx. Auch die Marx-Engels-Werke haben relativ spät diese Texte aufgenommen. Sie ergeben einen eher anderen Blick auf das Werk von Marx, ­als dieser immer noch gewöhnlich ist. Natürlich ist auch Thema des Kurses, ob Marx’ Auffassung unter heutigen Bedingungen überhaupt noch etwas besagt – ist nicht „Entfremdung“ eher etwas, dass beispielsweise unsere „Einsamkeit“ oder die Bedrohung durch den „Konsumterror“ betrifft? (weiterlesen…)