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	<title>Alltag und Philosophie</title>
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	<description>Im Alltag liegt die Weisheit verborgen ...</description>
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		<title>Pantheismus und Bildlichkeit, kosmomorphes Reden von Gott (TUD)</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 18:32:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Pöttner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Unser Thema ist im ersten Punkt nicht zuletzt aufgrund der stoischen Philosophie innerhalb des NT identifizierbar (Act 17). Dort wird auch unterstellt, alles sei in Gott, was als Panentheismus bezeichnet werden kann. Gemeint ist, dass an allem Seiendes etwas ist, das als göttlich bezeichnet werden kann oder auf das Göttliche bezogen ist, wobei dieses nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Thema ist im ersten Punkt nicht zuletzt aufgrund der stoischen Philosophie innerhalb des NT identifizierbar (Act 17). Dort wird auch unterstellt, alles sei in Gott, was als Pan<em>en</em>theismus bezeichnet werden kann. Gemeint ist, dass an allem Seiendes etwas ist, das als göttlich bezeichnet werden kann oder auf das Göttliche bezogen ist, wobei dieses nicht scharf vom „Weltlichen“ unterschieden scheint – was zur Frage provozierte, ob das Weltliche in Gott untergehe. So scheint es beim prozessorientierten Pantheismus des Paulus der Fall zu sein (1Kor 15,28). In der Pantheismus-Debatte wird in der Regel die Transzendenz Gottes beachtet (natura naturans bzw. natura naturata, Spinoza). Das lässt sich aber nicht räumlich ausdrücken, vielleicht aber prozessual-zeitlich (Paulus). Die Pantheismus-Debatte beachtet, dass man Gott nicht mittels einer <em>carpenter theory</em> ernsthaft denken kann (Herbert Spencer).<br />
Das Problem der Bildlichkeit des Redens von Gott ist also nicht nebensächlich. Wir haben uns daher auch mit der biblischen Debatte dieses Themas befasst (besonders Gen 1,26f und Gen 20,1ff). Gemeint ist offenbar kein abolutes Bilderverbot, sonst hätte Gott kein Bild von sich. Wohl aber wird unterstellt, dass man von Gott kosmomorph redet, diese bildlichen Bezeichnungsweisen dürfen aber nicht als Gott <em>verehrt</em> werden.</p>
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		<title>Hungerkrise und ökologische Ernährung</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 14:18:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Pöttner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch und Universum]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Stellt ökologische Ernährung einen Luxus dar, den sich in unserer Gesellschaft nur einige Gutmenschen leisten können – oder bietet diese einen haltbaren Ausweg aus der Krise, dass zurzeit eine Milliarde Menschen hungern? Der Vortrag in La casa verde am 10.02., ab 20 Uhr, in einem schönen Ambiente mit guten Speisen und Weinen, handelt von einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stellt ökologische Ernährung einen Luxus dar, den sich in unserer Gesellschaft nur einige Gutmenschen leisten können – oder bietet diese einen haltbaren Ausweg aus der Krise, dass zurzeit eine Milliarde Menschen hungern? Der Vortrag in <a title="La casa verde" href="http://www.lacasaverde.de/">La casa verde</a> am 10.02., ab 20 Uhr, in einem schönen Ambiente mit guten Speisen und Weinen, handelt von einem ernsten Thema der individuellen Lebensführung, welche ethisch selbstbestimmt sein will.</p>
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		<title>Maturana und Dawkins</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 18:45:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Pöttner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[1    Maturana und Dawkins Maturanas biologischer Entwurf ist stark von Jakob Johann von Uexküll beinflusst, einer spätromantischen nicht-darwinistischen Form der Biosemiotik. Die darwinistische Biologie wird auf eine dramatische ökologische Ausnahme-Situation zurückgeführt, die an die ökonomischen Annahmen von Malthus erinnert, dass ein bestimmtes Bevölkerungswachstum ökonomisch nicht mehr ernährt werden könne – der ökonomische Hintergrund der Evolutionstheorie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1    Maturana und Dawkins<br />
Maturanas biologischer Entwurf ist stark von Jakob Johann von Uexküll beinflusst, einer spätromantischen nicht-darwinistischen Form der Biosemiotik. Die darwinistische Biologie wird auf eine dramatische ökologische Ausnahme-Situation zurückgeführt, die an die ökonomischen Annahmen von Malthus erinnert, dass ein bestimmtes Bevölkerungswachstum ökonomisch nicht mehr ernährt werden könne – der ökonomische Hintergrund der Evolutionstheorie Darwins. Es ist auch der Hintergrund des Wettbewerbsmodells – und des Modells der natural selection. Demgegenüber unterstellt Maturana, dass Lebewesen gewöhnlich kooperativ interagieren, sogar von Liebe ist die Rede. Das entgegengesetzte Modell wird von Dawkins vertreten, wobei er im Unterschied zu Maturana unterstellt, dass der biotische Hintergrund der egoistischen Gene auch das Problem des Scheiterns hoher ethischer Ansprüche erläutere. Obgleich die Lebewesen, auch die Menschen „Maschinen“ seien, hält Dawkins dies nicht für völlig unkorrigerbar, wenn auch für unwahrscheinlich, weil bislang für historisch nicht belegt.<br />
2    Aufgaben zum 31.01.</p>
<p>Zum Pantheismus-Problem lesen Sie bitte 1Kor 8,1-6; 15,20-28 und Apostelgeschichte 17,16-34; Mt 5,43-48!</p>
<p>Zum Bilderproblem in der Bibel lesen Sie bitte 1. Mose 1,26f! Vgl. Sie dies mit 2. Mose 20,1-5!<br />
Vgl. Sie dies mit Xenophanes: „Wenn die Pferde Götter hätten, sähen sie wie Pferde aus!“</p>
<p>3    Vertiefung der Genfrage (Samstag, 04.02.; 10-16 Uhr [330])<br />
Vgl. Sie hierzu den Text von Paul und die eingestellten Links zu meinen Beiträgen!</p>
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		<title>In eigener Sache</title>
		<link>http://alltagundphilosophie.com/2012/01/18/2334/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 11:47:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Pöttner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Administratormitteilungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstlehre]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Ich habe seit Juli gelegentlich an dieser Stelle über mich selbst geschrieben und meine Leser/innen und Kund/innen über meinen Werdegang nach meinem Schlaganfall am 11.04.2011 informiert. Dies war ein deutlicher Einschnitt in meinem Leben, ich habe wie ein Kleinkind erst Krabbeln und dann ganz langsam Laufen gelernt. Neben der Begleitung in der Kopfklinik und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe seit Juli gelegentlich an dieser Stelle über mich selbst geschrieben und meine Leser/innen und Kund/innen über meinen Werdegang nach meinem Schlaganfall am 11.04.2011 informiert. Dies war ein deutlicher Einschnitt in meinem Leben, ich habe wie ein Kleinkind erst Krabbeln und dann ganz langsam Laufen gelernt. Neben der Begleitung in der Kopfklinik und den Schmieder-Kliniken (Heidelberg) habe ich schon bald versucht, Kontakt zu Osteopath/inn/en zu suchen. Zum Einen, weil ich in der Fertigstellung der Übersetzung von Margaret Sorrels Buch über Charlotte Weaver durch den Schlaganfall unterbrochen wurde. Hier traf ich auf großes Entgegenkommen. Da meine Genesung noch fortdauert, wird die Fertigstellung bis Ende Februar andauern – aber das Ende ist in Sicht. Zum Anderen, weil ich aufgrund meiner Beschäftigung vor allem mit Still und Littlejohn durchaus zu den Kennern der „klassischen Osteopathie“ zähle, erhoffte ich mir von Osteopathenseite wesentliche Unterstützung beim Rehabilitations- und Genesungsprozess. Denn die recht verstandene Osteopathie ist eine (auch pragmatistisch inspirierte) Theorie der Nervensysteme, welche diese zu beeinflussen unternimmt. Diese Hoffnung hat nicht getrogen, drei Behandlungen führten zu Anstößen für teils dramatische Verbesserungen. Sodass ich jetzt begründet hoffen kann, dass ich im Frühsommer 2012 wieder zu einem Menschen werde, der jenem stark ähnelt, welcher glaubte, im März 2011 am bisherigen Höhepunkt seines Lebens angekommen zu sein. Dies wurde am 11.04.2011 als wahrscheinliche Illusion entlarvt, zumal mir am Abend dieses Tages in der Kopfklinik deutlich wurde, dass meine Frau sich mit hoher Wahrscheinlichkeit scheiden lassen werde. Diese Abduktion traf zu, obgleich ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben habe.<br />
Das führte im November 2011 zu einer starken Identitätskrise, die bis Mitte Januar anhielt. Seit einigen Tagen hat sich aber meine Wahrnehmung aufgehellt. Teilweise habe ich wieder ein normales Körpergefühl. Die Zeiten als <em>disembodied spirit</em> scheinen der Vergangenheit anzugehören. Mein Tageslauf ist mir wieder zugänglich, ich kehre zu selbstbestimmten Formen des Lebens zurück. Aber es hat erheblich länger gedauert, als ich im Mai/Juni 2011 selbst erwartet hatte.<br />
Am 11. März 2011 wurde auch für weniger ambitioniert denkende Menschen deutlich, dass diejenigen seit Peirce und Russel Wallace, welche auf die möglicherweise desaströsen Rückkopplungsprozesse des technisch-wirtschaftlich-wissenschaftlichen Komplexes verwiesen hatten, im Recht waren. Wie Peirce wohl spätestens 1904 gezeigt hat, ist die Ethik der Logik wissenschaftssystematisch vorzuordnen. Dieser Gedanke beruht u. a. auf Ideen des  „Amerikanischen Transzendentalismus“, welcher die amerikanische Romantik darstellt. Und ohne diese ist auch die Osteopathie Stills nicht möglich gewesen. Ich werde diesen Zusammenhang hier Mitte Februar ausführlich darstellen. Mithin wird sich zeigen, warum <em>Philosophie der Osteopathie</em> so wichtig ist – und heute wieder Zukunft hat.</p>
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		<title>Grenzerfahrungen in der Religion bezeichnen</title>
		<link>http://alltagundphilosophie.com/2012/01/17/grenzerfahrungen-in-der-religion-bezeichnen/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 19:16:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Pöttner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Religion und Mystik]]></category>
		<category><![CDATA[Was ist der Mensch?]]></category>
		<category><![CDATA[Wie wollen wir leben?]]></category>
		<category><![CDATA[Zeichen und Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Mk 5,35-43 ist im Mkev einer derjenigen Texte, der darüber kommuniziert, wie über die Grenzerfahrungen der Religion zu kommunizieren ist. Natürlich aus christlicher Perspektive, aber es gilt allgemein: „Und was ist Religion? Sie ist eine Art Gefühlsregung in jedem einzelnen Menschen, oder auch: eine verborgene Wahrnehmung – eine tiefe Erkenntnis von etwas im uns umgebenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Mk 5,35-43 ist im Mkev einer derjenigen Texte, der darüber kommuniziert, wie über die Grenzerfahrungen der Religion zu kommunizieren ist. Natürlich aus christlicher Perspektive, aber es gilt allgemein:</p>
<blockquote><p>„Und was ist Religion? Sie ist eine Art  Gefühlsregung in jedem einzelnen Menschen, oder auch: eine verborgene  Wahrnehmung – eine tiefe Erkenntnis von etwas im uns umgebenden All; und  wenn wir versuchen, diesem Gefühl Ausdruck zu geben, so wird es sich in  mehr oder weniger extravagante Formen kleiden, und als mehr oder wenig  zufällig erscheinen, immer aber wird es sich zu einem Ersten und  Letzten, dem A und Ω, bekennen und in derselben Weise auf jenes Absolute  bezogen sein, dem das individuelle Selbst eines Menschen als relatives  Sein gegenübersteht. Doch Religion ist in ihrer Totalität nicht auf das  einzelne Individuum beschränkt. Wie jede Gestalt von Realität ist sie  wesentlich eine soziale und öffentliche Angelegenheit. Sie besteht in  der Idee einer umfassenden Kirche, in der sich alle ihre Glieder zu  einer organischen, systematischen Wahrnehmung der Ehre des Höchsten  verbinden – einer Idee, die von Generation zu Generation wächst und  einen Vorrang in den Entscheidungen über unser Verhalten, das private  wie das öffentliche, beansprucht“. (RPh, 208f)</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">
Entscheidend ist hierbei der Doppelsinn für „schlafen“, der offensiv offen gelegt und irritierend mit „scheintot“ konfrontiert wird. Dies ist im antiken Kontext seit Dan 12,1f bekannt. Seit dem AT wird über die Überwindung des Todes bildlich, metaphorisch bzw. symbolisch gesprochen.<br />
Wir haben uns entschlossen, diesen Punkt an 1. Mose 1,26f exemplarisch zu diskutieren. Als weiteres offenes Problem kam die Pantheismusfrage hinzu.</p>
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		<title>Philosophische Ethik (Vhs Neckargemünd)</title>
		<link>http://alltagundphilosophie.com/2012/01/15/philosophische-ethik-vhs-neckargemund/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 17:10:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Pöttner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Administratormitteilungen]]></category>

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		<description><![CDATA[1.    Erinnerung an den letzten Kurs (27.02.) 2.    Die Entstehung des Begriffs der Ethik bei Aristoteles (05.03.) 3.    Moral – Ethik; Güter, Tugenden und Pflichten (Begriffsfestlegungen) (12.03.) 4.    Autonome Ethik (Kant) (19.03.) 5.    Prozess-Ethik (F. D. E. Schleiermacher) (26.03.) 6.    Diskurs-Ethik (Peirce u. a.) (02.04.) 7.    Utilitaristische Ethik (16.04.) 8.    Prinzip Verantwortung – Zukunftsethik (23.04.) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1.    Erinnerung an den letzten Kurs (27.02.)<br />
2.    Die Entstehung des Begriffs der Ethik bei Aristoteles (05.03.)<br />
3.    Moral – Ethik; Güter, Tugenden und Pflichten (Begriffsfestlegungen) (12.03.)<br />
4.    Autonome Ethik (Kant) (19.03.)<br />
5.    Prozess-Ethik (F. D. E. Schleiermacher) (26.03.)<br />
6.    Diskurs-Ethik (Peirce u. a.) (02.04.)<br />
7.    Utilitaristische Ethik (16.04.)<br />
8.    Prinzip Verantwortung – Zukunftsethik (23.04.)<br />
9.    Medizinethik – Public-Health-Ethik (30.04.)<br />
10.    Abschlussdiskussion (14.05.)</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Kol 1,25ff (TUD)</title>
		<link>http://alltagundphilosophie.com/2012/01/10/kol-125ff-tud/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 15:30:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Pöttner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Religion und Mystik]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Text stellt wahrscheinlich teilweise einen frühchristlichen Hymnus, also ein Lied dar. Angesichts des Gehalts ist es nicht nötig, sich offenbar jüdischen Religionssitten unterzuordnen. Warum nicht? Weil alles versöhnt ist. Der Loskauf von der Sklaverei des Todes ist durch den Tod des Erstgeborenen erfolgt (Blut des Kreuzes, „Blut“ wahrscheinlich Metaphorik für gewaltsamen Tod). Der Erlösungsvorgang [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Der Text stellt wahrscheinlich teilweise einen frühchristlichen Hymnus, also ein Lied dar. Angesichts des Gehalts ist es nicht nötig, sich offenbar jüdischen Religionssitten unterzuordnen. Warum nicht? Weil alles versöhnt ist. Der Loskauf von der Sklaverei des Todes ist durch den Tod des Erstgeborenen erfolgt (Blut des Kreuzes, „Blut“ wahrscheinlich Metaphorik für gewaltsamen Tod). Der Erlösungsvorgang erfolgt dadurch, dass die Erlöserfigur Christus sowohl den negativen als auch den positiven Aspekt darstellt.<br />
Für unser „Grenzen“-Thema ist der Text mehrfach einschlägig:<br />
•    universaler Horizont;<br />
•    Mensch ist Teil der Schöpfung;<br />
•    Grenze zwischen Gott und Mensch ist durch Christus überwunden;<br />
•    Christus ist das entscheidende Bild, an dem das wahrgenommen werden kann.<br />
Wir haben das Autorproblem erörtert: realer Autor vs. expliziter Autor. Insbesondere die Auffassung vom „Haupt des Leibes“ (vgl. 1Kor 12) spricht dagegen, dass der reale Autor Paulus ist.<br />
Der religionsgeschichtliche Hintergrund ist Sprüche 8, SapSal 6-9; vgl. auch Joh 1. Der pantheistische Hintergrund wird mit der stoischen Philosophie geteilt; vgl. auch Act 17; 1Kor 15,20-28. Wir haben schon mit Psalm 8 und Röm 8 vergeleichbare Texte kennengelernt.<br />
Zu den Texten von Dawkins und Maturana vgl. <a href="http://www.theologie.tu-darmstadt.de/index.php?id=2420" target="_blank">hier</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Jahresabschluss &#8211; Predigt in Griesheim</title>
		<link>http://alltagundphilosophie.com/2011/12/31/jahresabschluss-preidt-in-griesheim/</link>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 15:03:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Pöttner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Administratormitteilungen]]></category>
		<category><![CDATA[Religion und Mystik]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum Jahresabschluss veröffentliche ich hier eine Predigt in der EfG Griesheim, einer Gemeinde, von der ich in diesem für mich nicht ganz leichten Jahr Unterstützung erfahren habe. Ich möchte dies auch zum Anlass nehmen, meinen Leser/inne/n zu danken, die sich so engagiert und interessiert gezeigt haben. Im nächsten Jahr geht es inhaltlich weiter – und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Zum Jahresabschluss veröffentliche ich hier eine Predigt in der EfG Griesheim, einer Gemeinde, von der ich in diesem für mich nicht ganz leichten Jahr Unterstützung erfahren habe. Ich möchte dies auch zum Anlass nehmen, meinen Leser/inne/n zu danken, die sich so engagiert und interessiert gezeigt haben. Im nächsten Jahr geht es inhaltlich weiter – und ich habe mir vorgenommen, das Niveau dieses Blogs nicht abzusenken. Ich werde mithin hier philosophische und wissenschaftliche Aufsätze veröffentlichen, die ein breiteres Publikum ansprechen. Ende Februar beginne ich mit einem Aufsatz zur „Philosophie der Osteopathie“, in der ich meine „Alleinstellung“ in der Durchdringung der Literatur der klassischen Osteopathie nutze. Aber es geht auch darum, dieser Medizinform persönlichen Dank abzustatten. Dass ich aus dem Dämmerzustand, der mich nach meinem Schlaganfall vom 11. April 2011 erfasst hatte, wieder in eine gewöhnliche Helligkeit zurückgekehrt bin, geht nach meinem Eindruck auf Behandlungen zurück, die ich seit Mitte Juli erhalten habe. Mit diesem Aufsatz führe ich im Blog die Gewohnheit neu ein, dass einzelne Beiträge zwischen drei und fünf Euro kosten (PayPal). Da uns die hoch verehrte Piratenpartei bislang kein angemessenes Angebot unterbreitet hat, wie die Zurverfügungstellung qualitativ hochwertiger Informationen und Bildungsdienstleistungen entgolten werden soll, habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen – und hoffe auf Ihre Nachsicht, besser noch: auf Ihr Einverständnis.</p>
<p style="text-align: justify;">Und hier ist meine Predigt zum vierten Advent 2011.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Liebe Gemeinde,</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Der heutige Text zum vierten Advent 2011 steht im zweiten Korintherbrief, in den VV. 18-22 des ersten Kapitels.<span id="more-2314"></span> Ich lese jetzt aber schon ab V. 12 vor und ende mit V. 23. Unser Predigttext ist tatsächlich ein adventlicher Text, er hat die Ankunft Christi zum Thema. Ebenso spricht er von der Wiederkunft Christi. Darüber hinaus erwähnt er die Verheißungen der „Heiligen Schriften“ der Juden. Aber er hat auch zum Thema, dass der Apostel Paulus eben <em>nicht</em> nach Korinth gekommen ist, obgleich er das versprochen hatte. Das damit verbundene Problem führt Paulus etwas umständlich, aber auch tiefsinnig aus:</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">12 Denn dies ist unser Ruhm:</p>
<p style="text-align: justify;">das Zeugnis unseres Gewissens,</p>
<p style="text-align: justify;">dass wir in Einfalt und göttlicher Lauterkeit, nicht in fleischlicher Weisheit, sondern in der Gnade Gottes unser Leben in der Welt geführt haben,</p>
<p style="text-align: justify;">und das vor allem bei euch.</p>
<p style="text-align: justify;">13 Denn wir schreiben euch nichts anderes,</p>
<p style="text-align: justify;">als dasjenige, was ihr lest und auch versteht.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich hoffe aber, ihr werdet es noch völlig verstehen,</p>
<p style="text-align: justify;">14 wie ihr uns zum Teil auch schon verstanden habt,</p>
<p style="text-align: justify;">nämlich, dass wir euer Ruhm sind,</p>
<p style="text-align: justify;">wie auch ihr unser Ruhm seid am Tage unseres Herrn Jesus.</p>
<p style="text-align: justify;">15 Und in solchem Vertrauen wollte ich zunächst zu euch kommen,</p>
<p style="text-align: justify;">damit ihr abermals eine Wohltat empfinget.</p>
<p style="text-align: justify;">16 Von euch aus wollte ich nach Mazedonien reisen,</p>
<p style="text-align: justify;">aus Mazedonien wieder zu euch kommen –</p>
<p style="text-align: justify;">und mich von euch geleiten lassen nach Judäa.</p>
<p style="text-align: justify;">17 Bin ich etwa leichtfertig gewesen,</p>
<p style="text-align: justify;">als ich dies wollte?</p>
<p style="text-align: justify;">Oder ist mein Vorhaben fleischlich, sodass das Ja Ja bei mir auch ein Nein Nein ist?</p>
<p style="text-align: justify;">18 Gott ist mein Zeuge, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist.</p>
<p style="text-align: justify;">19 Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus,</p>
<p style="text-align: justify;">der war nicht Ja und Nein, sondern es war Ja in ihm.</p>
<p style="text-align: justify;">20 Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja;</p>
<p style="text-align: justify;">darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe.</p>
<p style="text-align: justify;">21 Gott ist&#8217;s aber, der uns fest macht samt euch in Christus – und uns gesalbt</p>
<p style="text-align: justify;">22 und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.</p>
<p style="text-align: justify;">23 Ich rufe aber Gott zum Zeugen an bei meiner Seele, dass ich euch schonen wollte und darum nicht wieder nach Korinth gekommen bin.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Liebe Gemeinde,</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">ich bin heute Morgen, einem leicht winterlichen vierten Adventsmorgen, nach Griesheim gekommen, gerne, weil ich mit Ihnen Gottesdienst feiern möchte. Das steht seit gut zwei Monaten fest – und ich habe mich an die Absprache gehalten, obgleich die Zeiten bei mir sehr bewegt sind. Paulus hatte damals am Ende seiner Lebenszeit Reisepläne, aber diese hat er geändert, daher ist er nicht gekommen:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">15 Und in solchem Vertrauen wollte ich zunächst zu euch kommen,</p>
<p style="text-align: justify;">damit ihr abermals eine Wohltat empfinget.</p>
<p style="text-align: justify;">16 Von euch aus wollte ich nach Mazedonien reisen,</p>
<p style="text-align: justify;">aus Mazedonien wieder zu euch kommen –</p>
<p style="text-align: justify;">und mich von euch geleiten lassen nach Judäa.</p>
<p style="text-align: justify;">So sollte es also sein, zuerst nach Korinth, dann nach Mazedonien, dann wieder nach Korinth – und von dort aus nach Judäa.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Es ist sehr wahrscheinlich, dass Paulus sagt, er habe sich von der korinthischen Gemeinde nach Judäa geleiten lassen wollen, weil es sich um eine Reise nach Jerusalem handeln sollte, auf der er die Kollekte für die Urgemeinde abzugeben gedachte, die er in den kleinasiatischen und europäischen Gemeinden für die Jerusalemer gesammelt hatte. Das fand nicht nur Zustimmung, die Korintherbriefe sind Dokumente des fortwährenden Streits zwischen der Gemeinde und Paulus um das Verständnis des Evangeliums, wozu auch der Streit um die Kollekte für die Jerusalemer Armen gehörte. Das hat wohl zu Verletzungen bei Paulus, aber auch den Korinther/inne/n geführt – und auch Paulus scheint nicht immer heftige Auseinandersetzungen bevorzugt zu haben:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">23 Ich rufe aber Gott zum Zeugen an bei meiner Seele, dass ich euch schonen wollte und darum nicht wieder nach Korinth gekommen bin.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Das ist also der Grund, den Paulus angibt, weshalb er <em>nicht</em> nach Korinth gekommen ist, er wollte die Korinther/innen schonen, es sollte also nicht zu gefühlsmäßig aufwühlenden Szenen kommen, wenn Paulus auftritt. Dieser Grund und auch die Reisepläne umrahmen unseren Predigttext zum vierten Advent, der sicherlich zu den berühmtesten Texten des Apostels Paulus gehört, in dem das Evangelium ganz schlicht gesagt wird:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">18 Gott ist mein Zeuge, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist.</p>
<p style="text-align: justify;">19 Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus,</p>
<p style="text-align: justify;">der war nicht Ja und Nein, sondern es war Ja in ihm.</p>
<p style="text-align: justify;">20 Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja;</p>
<p style="text-align: justify;">darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe.</p>
<p style="text-align: justify;">21 Gott ist&#8217;s aber, der uns fest macht samt euch in Christus – und uns gesalbt</p>
<p style="text-align: justify;">22 und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Paulus hat nichts vorgespiegelt, er hat nicht gesagt: „Ja, ich komme zu Euch“ – aber heimlich „Nein“ gemeint. Das wäre gegen den Sohn Gottes, den Christus gewesen. Denn nach Paulus ist in Jesus Christus, seinem Auftreten, Leiden und Sterben und Auferstehen ausschließlich ein „Ja“ zu hören. Der Text erinnert an ein berühmtes Jesuswort aus der Bergpredigt, unsere Rede solle nur „Ja, Ja“ sein, alles andere wie Schwüre sei von Übel. Diese Eindeutigkeit lag nach Paulus also im Geschehen des Lebens, Sterbens und Auferstehens Jesu. Dieses Geschehen habe „Ja“ zu allen Gottesverheißungen der Heiligen Schriften der Juden gesagt – und entsprechend habe Paulus gegenüber den Korinther/inne/n gehandelt. Dieser Eindeutigkeit Gottes in Jesus Christus soll auch die paulinische Praxis entsprechen: Sie ist eindeutig bejahend. Das soll auch gegenüber den Korinther/inn/en gelten. Das macht unseren Text spannend, es klingt eben nicht nur einfach positiv: In Christus war das „Ja“ – und alles ist gut. Gerade in den Korintherbriefen ist sichtbar, welche Schwierigkeiten eine solche positive Botschaft auslösen kann. In Christus war das „Ja“. D. h., unser Leben ist bejaht – trotz seines sittlichen und sündigen Versagens. Dann muss ich nicht mehr bestimmte Normen erfüllen, um „gut“ zu sein. In Korinth war es verbreitet, religiöser Weltmeister werden zu wollen – wer kann am besten „Zungenrede“? „Wer sagt am besten die Zukunft voraus?“ „Wer dringt am tiefsten in die Gehimnisse der Gottheit ein?“ „Wer spricht am besten die Sprache der Engel?“</p>
<p style="text-align: justify;">Offenbar argumentierte Paulus aus der Sicht vieler Korinther/innen zu rational. Er fand das alles nicht unwichtig, aber es ginge am Kern des Evangeliums vorbei, also sich dem Nächsten und sogar Feind bejahend zuzuwenden, mithin alle Geschöpfe zu lieben, wie wir es in der Schriftlesung vom Seufzen der Schöpfung, welche auf die Freiheit der Kinder Gottes harre, gehört haben. Fromme schöne Erfahrungen sind dem Individuum möglich, aber für die Gruppe können sie streitauslösend sein. Wenn ich öffentlich behaupte, dass ich tiefere geistliche Einsichten als Peter Querbach habe, dann habe ich „Ja“ zu mir und „Nein“ zu Peter Querbach gesagt. Dass dies nach Paulus nicht sein soll, macht den anspruchsvollen Grundgedanken des Paulus aus. Das ist auch nicht allzu leicht durchzuhalten, wir sind so im Wettbewerbsverhalten erzogen, dass uns dieses zur zweiten Natur geworden ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie die paulinischen Briefe zeigen, ging Paulus selten einem Streit aus dem Wege, sofern sein Evangelium vom Ja Gottes in Christus nicht beachtet wurde. Daher übte er im 1. Korintherbrief Kritik an einigen selbstverliebten, nur sich selbst bejahenden Erscheinungen in Korinth. Dann ist er gegen seine Ankündigungen und Reisepläne nicht nach Korinth gekommen. Das haben zumindest einige Korinther/innen wohl als drastisches „Nein“ gegenüber sich erlebt. Nach Paulus war dies bloß der Versuch, allzu heftige Auseinandersetzungen von Angesicht zu Angesicht zu vermeiden. Wer also so handelt wie Paulus, muss sich Missverständnisdebatten stellen. Paulus dekliniert das in 2Kor 1 durch und zeigt so, wie kompliziert praktische Theologie dann wird, wenn sie meint, in Gott sei mit Christus eindeutig „Ja!“ gesagt worden – und dass dies auch eine Handlungsmaxime für den christlichen Alltag sei. Wir haben damit genug zu tun, anzunehmen, dass Gott in Christus auch zu uns unangenehmen Menschen „Ja“ gesagt hat. Dass dies niemals eine Praxis ohne faire Auseinandersetzungen besagt, führt Paulus in 2Kor 1 vor.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Adventsbotschaft zum vierten Advent 2011 lautet also:</p>
<p style="text-align: justify;">Gott hat „Ja“ zu mir, aber auch zuallen anderen Geschöpfen gesagt. Und für mich bedeutet dies, dass ich mit allen anderen Geschöpfen fair umgehen soll, was keine so ganz leichte Aufgabe ist. Aber ich lasse mich nicht entmutigen – und nehme mir Paulus als Beispiel.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
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		<title></title>
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		<pubDate>Fri, 30 Dec 2011 10:17:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Pöttner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Religion und Mystik]]></category>

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		<description><![CDATA[Das „Kinder-Evangelium“ (Mk 10,13-16 [TUD]) Es werden Kinder zu Jesus gebracht, damit er sie segne bzw. berühre. Die Schüler versuchen, dies zu verhindern, aber Jesus lässt das explizit zu, wobei er feststellt. dass niemand ins Reich Gottes eingehe, sofern er nicht wie ein Kind werde. Es entspann sich eine spannende Debatte unter Erwachsenen. Dabei wurden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Das „Kinder-Evangelium“ (Mk 10,13-16 [TUD])</h2>
<p>Es werden Kinder zu Jesus gebracht, damit er sie segne bzw. berühre. Die Schüler versuchen, dies zu verhindern, aber Jesus lässt das explizit zu, wobei er feststellt. dass niemand ins Reich Gottes eingehe, sofern er nicht wie ein Kind werde. Es entspann sich eine spannende Debatte unter <em>Erwachsenen</em>. Dabei wurden Bezüge zu Paulus und dem Psalm 8 deutlich. Auch dort sind Kinder diejenigen, welche am angemessensten Gott loben.</p>
<p>Der Text spricht direkt in unsere Gegenwart, weil wir kirchlich und theologisch darum bemüht sind, professionell und kompetent, intellektuell präsent usf. zu sein. Unsere Kirchenoziolog/inn/en sind zumeist an Max Weber orientiert. Nach dem Text kommen sie alle nicht ins „Reich Gottes“. Die Teilnehmer/innen stießen allmählich darauf, dass es um das große Thema der Jesustradition geht, das ursprüngliche Vertrauen. So scheint es doch ein subtiler Text über das verfehlte Leben von Erwachsenen zu sein-</p>
<p>Am 05.02.2012 werde ich über diesen Text in der EfG Griesheim predigen.</p>
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		<title>Die Religionsphilosophie Peirce&#8217;</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 17:50:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Pöttner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[als Künstler/in]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrung]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch und Universum]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Religion und Mystik]]></category>
		<category><![CDATA[Vegetatives Nervensystem]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeichen und Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Wir haben uns in der letzten Sitzung mit den Problemen der Wahrnehmung aus phänomenologischer Perspektive, aber auch entsprechenden Leistungen des Zeichenbegriffs Peirce’ befasst, wobei Frau Meissner dankenswerterweise auf Kants merkwürdige Annahme hinwies, man werde vom „Ding an sich“ affiziert. In der Auseinandersetzung mit Merleau-Ponty und Fuchs wurde erörtert, inwiefern Wahrnehmung auch Kommunikation oder Austausch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: justify;">
<p>&nbsp;</p>
</div>
<p style="text-align: justify;">Wir haben uns in der letzten Sitzung mit den Problemen der Wahrnehmung aus phänomenologischer Perspektive, aber auch entsprechenden Leistungen des Zeichenbegriffs Peirce’ befasst, wobei Frau Meissner dankenswerterweise auf Kants merkwürdige Annahme hinwies, man werde vom „Ding an sich“ affiziert.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Auseinandersetzung mit Merleau-Ponty und Fuchs wurde erörtert, inwiefern Wahrnehmung auch Kommunikation oder Austausch sei, was von Peirce und dieser grenzwertigen Auffassung Kants tatsächlich unterstellt wird. In der Sprache von Peirce ist also zu sagen, das (dynamische) Objekt bilde mit dem Zeichen eine derartige Beziehung, dass es den Interpretanten bestimme, in derselben triadischen Relation zu stehen, in der es selbst stehe. M. E. ist hier nur fraglich, ob man <em>the</em> <em>same</em> wie Pape mit „derselben“ oder „der gleichen“ übersetzen sollte, wohl das Letztere &#8230; Worauf es ankommt, ist der Sachverhalt, dass Peirce diese Affizierung des Interpreten über die triadische Bezeichnungsrelation eindeutig gedacht hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir haben versucht, uns ausführlicher mit dem Gedanken der „Zwischenleiblichkeit“ auseinanderzusetzen, was z. T. humorig ablief. Hier ist m. E. noch ein beachtliches Potenzial, das vor allem von der Phänomenologie entwickelt wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Kurs schließt mit einer Besinnung zur Religionsphilosphie Peirce’. Viele Texte finden sich in der Übersetzung Hermann Deusers „Religionsphilosophischen Schriften“ ([RPh] 1995). Hinzutreten muss noch der Aufsatz „Evolutionäre Liebe“ aus „Naturordnung und Zeichenprozess“ (1991 [EL]) Peirce gehört zu denjenigen originellen Denkern, die sich nicht vom Positivismus abschrecken ließen, obgleich er die wissenschaftliche Leistung der Positivisten ausdrücklich anerkannte. Aber er formulierte eine witzige Polemik über deren Lebensauffassung:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">„Das Leben auf dem Globus ist eine gänzlich zufällige Enwicklungsphase, die, soweit wir wissen, keinem dauerhaften Ziel zustrebt. Sie ist ohne jeden Nutzen, außer dass sie hin und wieder ein angenehmes Nervenkitzeln bei diesem oder jenem Wanderer auf dieser ermüdenden und zwecklosen Reise hervorruft – einer Reise, die in einer Tretmühle nirgendwo beginnt und nirgendwo endet und deren Maschinerie ganz und gar nichts hervorbringt. Es gibt nichts Gutes im Leben außer gelegentlichen Freuden, und die sind trügerisch und werden bald vollständig verschwinden.“ (RPh 61f [1867/68])<span id="more-2291"></span></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Hier sind wichtige Aspekte genannt, Peirce spricht von einer „Tretmühle“, es handelt sich um eine „Maschinerie“ des Lebens, das als „ermüdende Wanderung“ gesehen werde. Mit Ausnahme von „Nervenkitzel“ gebe es wenig Gutes. Wissenschaftliche Arbeit ist bei den Positivisten also o. k., aber ansonsten gähnt eine Welt der Langeweile den Betrachter an. Die Passage erinnert an Wittgensteins Diagnose im „Tractatus logico-philosophicus“, dass bei positivistisch-naturwissenschaftlicher Erfassung alles dessen, was der Fall ist, von den eigentlichen Lebensproblemen noch nicht die Rede sei. Peirce weist auf den naturwissenschaftlich-positivistischen Gemeinplatz hin, dass der Weltprozess ohne Ziel sei, was in der Ursachenlehre die Folge hatte, dass die <em>causa finalis</em> aus dem Blick trat, z. B. gibt es in der Medizin seltener die Annahme, es gebe Selbstheilungskräfte als Ausdruck der Lebenskraft, was heute aber <em>leise</em> wieder in der Rehabilitationsmedizin und laut in Osteopathie, Homöopathie usf. unterstellt wird. Peirce stimmt dabei bestimmten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu, die als einigermaßen überprüft gelten müssen. Aber die Nichtbeachtung der <em>causa finalis</em> teilt er explizit nicht. Ebenso sieht er – wie u. a EL belegt, dass die Entwicklung des Kapitalismus, die an „Habgier“ und Niedertrampeln des Nächsten orientiert ist, zu starken Krisen führen wird. Demgegenüber ist Peirce davon überzeugt, „dass sich alle Dinge auf dem Wege des Fortschritts zu einem besseren Zustand“ (RPh, 199) befinden. Das ist nach Peirce’ Definition ein „metaphysischer“ Satz, an dem er freilich zeitlebens, trotz eigener Kalamitäten, festhält. Solche metaphysischen Sätze sind lebensbestimmend und müssen in der alltäglichen Erfahrung induktiv überprüft werden. Natürlich kann man wie heute Bauer im „Kooperativen Gen“ ein naturwissenschaftlich einigermaßen valides Argument für nicht nur die Unsittlichkeit der <em>natural selection</em> Darwins finden. Ihre „naturwissenschaftliche“ Validität ist explizit in Zweifel gezogen. Peirce hätte das begrüßt, <span style="color: #003300;"><strong><em>aber das ist wegen der fallibilistischen Ausrichtung der Wissenschaften nicht ausreichend.</em></strong></span> Pragmatistisch muss also unterstellt werden, dass die Realität praktisch sei – und sie mithin auch verändert werden könne. Vgl. Hampe, Erkenntnis und Praxis (stw 1776), der wohl auch auf dem gleichen Weg ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Religiöse Kommunikationen und auch Religionen kommen vor. Peirce war durchaus kirchlich zunächst bei den Unitariern, dann bei den Episkopalisten engagiert. Doch Peirce ist dezidiert kein Theologe, sondern kritisiert die meisten theologisch-kirchlichen Gedanken als „schlechte Metaphysik“. Aber er akzeptiert auch Ideen wie diejenigen von Swedenborg, der im Amerikanischen Transzendentalismus präsent war, wobei es um das letztlich dominante Prinzip der Evolution, die <em>Liebe</em>, in Auseinandersetzung und Kooperation mit Zwang und Zufall gehen soll; so EL. Das ist klar durch Swedenborgs Spiritualität motiviert, natürlich genauso aus biblischen Motiven wie dem Johannesevangelium.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Die <em>Entstehung der Arten</em> von Darwin dehnt die politisch-ökonomischen Ansichten über den Fortschritt auf das ganze Reich des tierischen und pflanzlichen Lebens aus. Die breite Mehrheit unserer  zeitgenössischen Naturforscher ist der Auffassung, dass die wahre Ursache jener herrlichen und wunderbaren Anpassungen der Natur, für welche die Menschen in meiner Kindheit noch die göttliche Weisheit zu rühmen pflegten, darin besteht, dass diejenigen, welche zufällig auch nur den kleinsten Vorteil besitzen, die weniger Aufdringlichen in fortpflanzungswidrige Situationen drängen oder sie sogar umbringen, noch bevor sie das fortpflanzungsfähige Alter erreichen. Bei Tieren wird der bloße, mechanische Individualismus weitgehend als eine Kraft verstärkt, die durch die unbarmherzige Habsucht des Tieres das Gute befördert. Wie Darwin auf der Titelseite sagt, es ist der Kampf ums Dasein; und er hätte hinzufügen sollen: Jeder einzelne für sich selbst und den letzten hol′ der Teufel! In der Bergpredigt hat Jesus eine andere Ansicht vertreten.&#8221; (EL, 242 [1892/93])</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Ausweislich der RPh kannte Peirce auch buddhistische und neohindusistische Positionen, das ist kein Wunder, trat doch 1893 Vivekananda vor dem Weltparlament der Religionen in Chicago auf. Dem Prinzip der Alltagsphilosophie folgend, muss man sich mit allen Äußerungen befassen, mithin auch denen anderer religiöser Orientierungen. Dabei repräsentiert Peirce eine Entwicklung in liberalen protestantischen Positionen, welche die eigene Religiosität als im Prozess befindlich betrachten.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">„Und was ist Religion? Sie ist eine Art Gefühlsregung in jedem einzelnen Menschen, oder auch: eine verborgene Wahrnehmung – eine tiefe Erkenntnis von etwas im uns umgebenden All; und wenn wir versuchen, diesem Gefühl Ausdruck zu geben, so wird es sich in mehr oder weniger extravagante Formen kleiden, und als mehr oder wenig zufällig erscheinen, immer aber wird es sich zu einem Ersten und Letzten, dem A und Ω, bekennen und in derselben Weise auf jenes Absolute bezogen sein, dem das individuelle Selbst eines Menschen als relatives Sein gegenübersteht. Doch Religion ist in ihrer Totalität nicht auf das einzelne Individuum beschränkt. Wie jede Gestalt von Realität ist sie wesentlich eine soziale und öffentliche Angelegenheit. Sie besteht in der Idee einer umfassenden Kirche, in der sich alle ihre Glieder zu einer organischen, systematischen Wahrnehmung der Ehre des Höchsten verbinden – einer Idee, die von Generation zu Generation wächst und einen Vorrang in den Entscheidungen über unser Verhalten, das private wie das öffentliche, beansprucht“. (RPh, 208f)</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Wir kennen schon den relationalen Grundzug von Peirce’ Denken, der sich hier unmissverständlich ausspricht. Religiös, religionswissenschaftlich und religionsphilosophisch bedeutsam ist, dass er religiöse Zeichenäußerungen als „extravagant“ kennzeichnet. Damit ist gemeint, dass die Regeln von Zeichen, die in der Alltagsprache verwendet werden, z. T. dramatisch verändert werden. Das ist eine äußerst wesentliche Einsicht Peirce’, aber er nennt leider nicht die Kehrseite dieses Phänomens. Die Geschichte der Religionen ist überreich davon, dass derartige extravagante Zeichenverwendungen auf ihren alltagsbezogenen Herkunftshorizont bezogen und dann banalisiert oder z. B. als wissenschaftlich völlig inadäquat bezeichnet werden. Peirce’ Religionsdefinition ist mit dieser Einschränkung brauchbar, sie ist aber zudem von Christentum, Judentum und Islam aus entworfen, den vor allem buddhistischen Eigenentwurf kann sie nicht hinreichend klar repräsentieren, wohl aber neohinduistische Positionen. D. h., er versucht, einen <em>universalen Entwurf</em> zu präsentieren, wodurch jene „Kirche“ weltweit anschlussfähig werden soll.</p>
<p style="text-align: justify;">Ziel ist, dass nicht zuletzt von den „extravaganten“ religiösen Äußerungen her, konkret Leben bestimmt wird – und dieser Prozess universalisiert werden kann. Nach Peirce besitzen die Religionen wesentliche Gehalte wie die universale Liebe, die durch religiöses Engagement hoffentlich doch noch zur <em>causa finalis</em> des Weltprozesses werden kann. Wohlgemerkt: durch eigenes religiöses Engagement. Das ist konsistent mit dem grudnsätzlichen pragmatistischen Ansatz. Religionsphilosophisch erweitert er den Ansatz von Spinoza bis Gysi, dass die Religionen für die Sittlichkeit von Gesellschaften sorgen können. Die „extravaganten“ Zeichenverwendungen verweisen aber darüber hinaus auf ein Potenzial des Weltprozesses, das auf ein Ziel zulaufen könnte, um es mit Paulus zu sagen, wo Gott alles in allem <em>sein wird</em> (1Kor 15,28). Diese Äußerung des Paulus inspirierte viele Menschen, zuletzt einige Romantiker/innen, darunter Hölderlin, Schelling und Schleiermacher – sowie im Amerikanischen Tranzendentalismus vor allem Emerson. Diese Idee des werdenden Gottes als Liebe im Sinne der Versöhnung des Weltprozesses liegt deutlich Peirce’ Religionsphilosophie zugrunde.</p>
<p style="text-align: justify;">Peirce ist selbstverständlich auch durch mystische Positionen und entsprechende Weisheitspositionen in Judentum und Christentum inspiriert. So empfiehlt er die Meditation, es geht um Schöpfungswahrnehmung als Erfassung der Einheit der Schöpfung, im freien Spiel der Gedanken, wie er im Anschluss an Freidrich Schiller formuliert. (Vgl. RPh, 335-340, mit Joh 1, Röm 1, Weisheit Salomos 13) Er bietet mithin existenziell engagiert eine Variante des kosmologischen Arguments an, es handelt sich aber um eine <em>Abduktion</em>. Man erfahre in solchen Momenten der „Versonnenheit“, wie Deuser glücklich <em>musement</em> übersetzt, abduktiv die Einheit der Wirklichkeit – die aber Peirce zufolge im Werden ist, mithin steht die induktive Bestätigung noch aus. Das ist aber etwas Verschiedenes von demjenigen, was unser geliebter Ex-Sanyassin Philosoph Peter Sloterdijk in &#8220;Du musst Dein Leben ändern!&#8221; mit einer immerhin interessanten Nietzsche-Interpretation ausmacht (2009, Rechtschreibung richtiggestellt). Ihm zufolge wären die Kulturen Übungssysteme, auch ernsthafte Ansätze wie derjenige des Aristoteles: Üben, üben, üben. Sloterdijk schreibt feuilletonistisch weniger über Religion und Philosophie als über Sport.</p>
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